Preisanstieg in den Bezirken: So teuer sind Wiens Immobilien

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Der Jahresvergleich der Immobilienpreise in allen 23 Bezirken Wiens zeigt: Die Preise steigen mit wenigen Ausnahmen überall an. Insbesondere zentrumsnahe Bezirke werden immer teurer. Doch auch die Außenbezirke im Norden und Süden der Stadt ziehen langsam nach.

Kaufpreise Wien, Bezirke, Innere Stadt, Foto: Jacek Dylag/unsplash.com
Die Innere Stadt ist ein teures Pflaster. Doch andere Bezirke Wiens ziehen mit den Kaufpreisen nach. Foto: Jacek Dylag/unsplash.com

Die Preiskurve für Immobilien in Österreichs Hauptstadt geht steil nach oben. In allen Ecken wird gebaut oder zumindest modernisiert. In Wieden sind die Immobilienkaufpreise mit 23 Prozent so stark gestiegen wie in keinem anderen Bezirk. Mittlerweile kostet der Quadratmeter dort im Mittel 5.520 Euro, etwa 1.000 Euro mehr als noch im Jahr zuvor. Das ergab eine Marktanalyse von immowelt.at*, bei der die Angebotspreise von Kaufimmobilien in Wien in den Jahren 2017 und 2018 untersucht wurden.

Dass die Preise in Wieden so stark stiegen, liegt nicht zuletzt an der guten Lage. Der Bezirk liegt in unmittelbarer Nähe zum Zentrum, grenzt im Süden an den Hauptbahnhof und im Westen an den Schlosspark Belvedere. Viel Platz für Neubauten gibt es zwar nicht, wird jedoch neu gebaut, dann entstehen überwiegend Luxusobjekte. Das lässt die Preise unweigerlich anziehen.

Strahlkraft des 1. Bezirks wirkt sich auf Immobilienpreise aus

Die sehr hohen Kaufpreise der Inneren Stadt – aktuell werden im Mittel 7.590 Euro je Quadratmeter fällig, was eine Steigerung um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt – wirken sich auch auf die umliegenden Bezirke aus. Nicht nur Wieden, auch die Josefstadt und Neubau haben 2018 die 5.000-Euro-Marke geknackt. In Josefstadt kostet der Quadratmeter nach einer Steigerung von 13 Prozent nun 5.250 Euro, in Neubau haben sich die Preise um neun Prozent auf 5.190 Euro verteuert.

Im an die Innere Stadt angrenzenden Alsergrund stiegen die Preise um 14 Prozent auf 4.910 Euro je Quadratmeter, in der Leopoldstadt um zwölf Prozent auf 4.610 Euro. Einzige Ausnahme ist Mariahilf: Der Bezirk ist zwar auch zentrumsnah, jedoch verzeichnet er einen Preisrückgang um ein Prozent. Die Preise sanken von 2017 auf 2018 um 30 Euro auf 4.870 Euro.

Norden Wiens wird immer teurer

Doch nicht nur die zentrumsnahen Bezirke kurbeln die Preise nach oben. Immer deutlicher rückt auch der Norden Wiens in den Fokus: So schiebt sich Währing nach einer Steigerung von 16 Prozent inzwischen auf Platz Fünf der teuersten Bezirke. Im Mittel werden dort 5.030 Euro je Quadratmeter Wohneigentum fällig. Dicht dahinter das benachbarte Döbling mit Quadratmeterpreisen von 4.810 Euro. Auch dort sind die Preise von 2017 auf 2018 um 15 Prozent gestiegen.

Die höheren Preise im Norden der Stadt hängen mit der gesteigerten Nachfrage zusammen. Aufgrund dessen wurde dort verstärkt gebaut. Die hochpreisigen Neubauten dringen nun verstärkt auf den Markt und lassen die Preise in die Höhe schnellen.

Süden ist preisgünstigere Alternative

Wer zwar in Wien kaufen will, aber über ein eher kleines Budget verfügt, wird vielleicht im Süden der Stadt fündig. Denn dort lassen sich für Wiener Verhältnisse noch bezahlbare Wohnungen und Häuser finden. Am günstigsten sind dabei Favoriten und Simmering mit je 3.380 Euro je Quadratmeter. Allerdings ziehen auch dort die Preise deutlich an. In Favoriten im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent, in Simmering gar um zwölf. In Meidling sind die Preise sogar um 16 Prozent auf 3.870 Euro je Quadratmeter gestiegen. Da die Bezirke in Zentrumsnähe für viele nicht bezahlbar sind, weichen sie verstärkt auf die Außenbezirke im Norden und Süden aus, was dort die Preise allmählich steigen lässt.

BezirkQuadratmeter-
kaufpreis 2017
Quadratmeter-
kaufpreis 2018
Veränderung
1. Innere Stadt7.240 Euro7.590 Euro+ 5%
2. Leopoldstadt4.130 Euro4.610 Euro+ 12%
3. Landstraße4.230 Euro4.590 Euro+ 9%
4. Wieden4.500 Euro5.520 Euro+ 23%
5. Margareten3.970 Euro4.400 Euro+ 11%
6. Mariahilf4.900 Euro4.870 Euro- 1%
7. Neubau4.750 Euro5.190 Euro+ 9%
8. Josefstadt4.640 Euro5.250 Euro+ 13%
9. Alsergrund4.310 Euro4.910 Euro+ 14%
10. Favoriten3.070 Euro3.380 Euro+ 10%
11. Simmering3.010 Euro3.380 Euro+ 12%
12. Meidling3.330 Euro3.870 Euro+ 16%
13. Hietzing4.180 Euro4.610 Euro+ 10%
14. Penzing3.560 Euro4.010 Euro+ 13%
15. Rudolfsheim-
Fünfhaus
3.740 Euro3.850 Euro+ 3%
16. Ottakring3.730 Euro4.030 Euro+ 8%
17. Hernals3.890 Euro3.990 Euro+ 3%
18. Währing4.340 Euro5.030 Euro+ 16%
19. Döbling4.190 Euro4.810 Euro+ 15%
20. Brigittenau3.550 Euro3.940 Euro+ 11%
21. Floridsdorf3.680 Euro3.690 Euro0%
22. Donaustadt3.790 Euro4.030 Euro+ 6%
23. Liesing3.680 Euro3.820 Euro+ 4%
Wien gesamt3.870 Euro4.170 Euro+ 8%

 

*  Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 23 Bezirken Wiens waren 304.000 auf immowelt.at inserierte Angebote. Dabei wurden nur die Angebote berücksichtigt, die stark nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der im Jahr 2017 und 2018 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

27.02.2019


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