Bundesland-Vergleich: Immobilienpreise stiegen um bis zu 16 Prozent

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Die Kaufpreise steigen zwar in allen Bundesländern, allerdings unterschiedlich stark. Besonders deutlich ziehen die Preise in Oberösterreich an. Auch in Wien, im Moment Spitzenreiter bei den mittleren Quadratmeterpreisen, gibt es noch einmal einen Preiszuwachs von acht Prozent. Günstigere Wohnungen und Häuser finden Käufer hingegen im Burgenland und in Kärnten.

Kaufpreise, Blick über Wien, Foto: mRGB/stock.adobe.com
Trotz hohen Kaufpreisniveaus zogen die Quadratmeterpreise in Wien, im Vergleich zum Vorjahr, noch einmal um acht Prozent an. Foto: mRGB/stock.adobe.com

Um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen, müssen Österreicher in allen Bundesländern immer mehr Geld auf den Tisch legen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Immobilien-Analyse von Immowelt.at, für die die Angebotspreise der einzelnen Bundesländer mit dem Vorjahr verglichen wurden*. Den stärksten Anstieg gab es im vergangenen Jahr in Oberösterreich, Steiermark und Niederösterreich. In allen drei Bundesländern liegen die Kaufpreissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich. Billiger sind die Immobilien im strukturschwachen Süden, doch auch hier sind die Kaufpreise gegenüber 2017 gestiegen. Im Burgenland beispielsweise um acht Prozent. Dennoch finden Käufer dort immer noch die günstigsten Kaufpreisangebote: Der Quadratmeter kostet 1.460 Euro im Median.

Wien bleibt Österreichs teuerstes Pflaster

Käufer müssen in den meisten Regionen Österreichs ein immer höheres Budget mitbringen. Mit den höchsten Kaufpreisen sind Käufer in Wien konfrontiert. Obwohl sich die Preise dort bereits auf hohem Niveau bewegten, kam es im vergangenen Jahr noch einmal zu einer Kaufpreissteigerung von acht Prozent. Mit einem mittleren Kaufpreis von 4.170 Euro pro Quadratmeter führt Wien das Bundesland-Ranking an. 2017 zahlten Käufer hier noch 3.870 Euro pro Quadratmeter. In den Zahlen spiegelt sich die anhaltend hohe Attraktivität der Hauptstadt wieder. Im letzten Jahr erhöhte sich die Bevölkerung der Millionenmetropole um mehr als 20.000 Einwohner. Dass es nicht zu noch stärkeren Preisanstiegen kam, ist dem Bauboom der vergangenen Jahre zu verdanken. Vor allem in den Randbezirken gibt es viele Neubauprojekte.

In Vorarlberg und Salzburg sind die Kaufpreise ähnlich hoch. Das hängt unter anderem mit der guten wirtschaftlichen Lage zusammen. Käufer haben eine entsprechend hohe Kaufkraft und sind bereit mittlere Quadratmeterpreise von 3.980 Euro in Vorarlberg und 3.900 Euro in Salzburg zu bezahlen.

Sättigungseffekte in Tirol

Die niedrigste Steigerungsrate bei den Kaufpreisen gibt es in Tirol. Zwar kostet der Quadratmeter hier immer noch stolze 3.890 Euro im Median, allerdings scheint langsam eine Sättigung einzutreten. Gegenüber 2017 sind die Kaufpreise nur um fünf Prozent gestiegen. Das ist die niedrigste Steigerungsrate aller Bundesländer.

Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark holen auf

Die Kaufpreise in Oberösterreich (2.550 Euro pro m2), Niederösterreich (2.550 Euro pro m2) und der Steiermark (2.520 Euro pro m2) bewegen sich im Mittelfeld des Bundesland-Rankings. Gleichzeitig verzeichnen diese drei Bundesländer auch die höchsten Kaufpreis-Steigerungsraten. In Oberösterreich haben sich die Kaufpreise um 16 Prozent innerhalb eines Jahres verteuert. Hier sind in den vergangenen Jahren vor allem in Wels, Linz und am Attersee und Traunsee in bester Lage viele hochpreisige Neubauten und renovierte Objekte mit guter Ausstattung auf den Markt gekommen.

In der Steiermark haben sich die Preise um 14 Prozent verteuert. Hier ist vor allem die Landeshauptstadt Graz für viele attraktiv und sorgt für eine höhere Nachfrage mit dem das Immobilienangebot aktuell nicht Schritt halten kann.

Wer günstigen Wohnraum sucht und trotzdem in Reichweite zum hochpreisigen Wien wohnen möchte, schaut sich am besten auf dem Immobilienmarkt im niederösterreichischen Speckgürtel rund um Wien um. Die vergleichsweise niedrigen Kaufpreise und eine sehr gute S-Bahn-Anbindung in die Hauptstadt, sorgen in vielen Gemeinden offenbar für eine erhöhte Nachfrage.

Kärnten und Burgenland am günstigsten

Mit großem Abstand am günstigsten ist Wohnraum im Burgenland. In die strukturschwache Region im Süden zieht es weitaus weniger Menschen, in einigen Regionen sinken gar die Einwohnerzahlen. Entsprechend bezahlen Käufer hier auch nur 1.460 Euro pro Quadratmeter im Median. Ebenfalls noch vergleichsweise günstig ist Kärnten. Hier müssen Schnäppchenjäger mit knapp 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Ranking der Kaufpreise 2018 von Eigentumswohnungen und Häusern:

BundeslandKaufpreis 2017 (pro m2)Kaufpreis 2018 (pro m2)Veränderung
1. Wien3.870 Euro4.170 Euro+8 Prozent
2. Vorarlberg3.720 Euro3.980 Euro+7 Prozent
3. Salzburg3.570 Euro3.900 Euro+9 Prozent
4. Tirol3.700 Euro3.890 Euro+5 Prozent
5. Oberösterreich2.200 Euro2.550 Euro+16 Prozent
6. Niederösterreich2.250 Euro2.550 Euro+13 Prozent
7. Steiermark2.210 Euro2.520 Euro+14 Prozent
8. Kärnten1.910 Euro2.030 Euro+6 Prozent
9. Burgenland1.350 Euro1.460 Euro+8 Prozent

*Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 9 Bundesländern waren alle 2017 und 2018 auf immowelt.at inserierten Angebote. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

13.02.2019


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