Immobilienjahr 2019: Was bringt die Zukunft?

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Neues Jahr, neue Rechte: Für Mieter, Eigentümer und Bauherren gibt es 2019 einige Änderungen. Für Familien gibt es den neuen „Familienbonus Plus“, zudem steht der Mietrechtskonvent an – und ob wohl auch das neue Mietrecht kommt? Ein Ausblick.

Immobilienjahr 2019, Mieter, Mietrechtsgesetz, Foto: iStock/filadendron
Das Jahr 2019 bringt in Wien neue Rechte für Mieter. Außerdem soll der Mietrechtskonvent über die Erneuerung des Mietrechts tagen. Foto: iStock/filadendron

Im neuen Jahr treten einige Änderungen in Kraft, die Folgen für Mieter, Vermieter und Bauherren haben – das Immobilienjahr 2019 scheint ereignisreich zu werden. Ein Ausblick:

Wien: Neue Bauordnung bringt mehr Schutz für Mieter

Zum Jahresbeginn wird in Wien voraussichtlich die neue Bauordnung in Kraft treten. Die Folge: Immer, wenn neue Wohngebiete kategorisiert werden, müssen in der Regel zwei Drittel der Wohnfläche für den geförderten Wohnungsbau genutzt werden. Gerade angesichts der in den letzten Jahren gestiegenen Immobilienpreise dürfte das für Mieter ein Lichtblick sein – für Investoren eher weniger. Denn in diesen Wohnungen darf die Miete nicht mehr als fünf Euro netto pro Quadratmeter betragen. Auch dürfen die Immobilien nicht gewinnbringend veräußert werden.

Bauherren werden durch die Novelle zudem auf mehreren Wegen eingeschränkt: Wer in Wien Dachaufbauten wie zum Beispiel Gauben plant, der darf das nur mit einer Längenbeschränkung auf ein Drittel der Gebäudefront. Anders als bisher können Bauherren auch keine größere Länge beantragen.

Wer seine Wohnung an Feriengäste vermieten will – Stichwort Airbnb –, der darf das in Wohngebieten nur noch in engen Grenzen: Das ständige Vermieten an Touristen ist untersagt. Wer es dennoch tun will, braucht eine Ausnahmegenehmigung vom Magistrat. Urlauber, die ihre Wohnung während der Abwesenheit nicht leer stehen lassen wollen, dürfen sie aber trotzdem weiterhin an Touristen vermieten. Außerdem sind Wohnungen, die vor Inkrafttreten der Bauordnung im Jahr 1930 errichtet wurden, von dem Verbot ausgenommen. Gleiches gilt, wenn sie zum Zeitpunkt der Festsetzung der Wohnzone als Geschäftsraum genutzt wurden.

Hinzu kommt, dass bei Verstößen gegen die Wiener Bauordnung schärfere Strafen drohen: Bis zu 50.000 Euro sind möglich, ehemals waren es 21.000 Euro.

Immobilienjahr 2019, Wien, Bauordnung, Foto: photo_5000/fotolia.com
Touristen machen die Wiener Mieten teuer. Doch normale Wohnungen sollen ab diesem Jahr nicht mehr als Ferienwohnung vermietet werden dürfen.

Mehr Geld für Familien

Mit 1. Jänner tritt der neu eingeführte Steuerabsetzbetrag für Kinder mit dem Namen „Familienbonus Plus“ in Kraft. Dadurch steht Eltern ein Absetzbetrag in Höhe von 1.500 Euro pro Kind und Jahr bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zu. Der Betrag ist kann allerdings nicht zu einer Negativsteuer führen (Alleinverdiener-, Alleinerzieher- oder Verkehrsabsetzbetrag hingegen schon). Die Folge: Wer zu wenig verdient, kann den Absetzbetrag des Familienbonus Plus nicht voll ausschöpfen.

Voraussetzung ist, dass ein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht und das Kind in Österreich lebt. Auch bei volljährigen Kindern soll der Bonus gelten, sofern die Eltern für dieses Kind noch Familienbeihilfe beziehen. Dann reduziert sich der Betrag jedoch auf 500 Euro pro Kind und Jahr.

Eltern können den Familienbonus Plus entweder im Rahmen der Lohnverrechnung (ab 2019) oder im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung (für 2019 ab 2020) beantragen. Dafür entfällt der derzeitige Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum zehnten Lebensjahr.

Bestellerprinzip kommt voraussichtlich nicht

Immobilienjahr 2019, Makler, Provision, Foto: iStock/monkeybusinessimages
Wurde vereinbart, dass der Mieter die Provision zahlt, so muss er dem Makler bis zu zwei Bruttomonatsmieten geben – je nach Laufzeit des Vertrages. Foto: iStock/monkeybusinessimages

So mancher Mieter blickt zum Teil neidvoll nach Deutschland, wo es bereits seit 2015 das Bestellerprinzip bei Wohnimmobilien gilt. Das heißt: Nur wer den Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen – und bei Mietwohnungen ist das meist der Vermieter.
Derzeit liegt ein Antrag der Abgeordneten Mag. Ruth Becher (SPÖ) vor, durch den das Bestellerprinzip de facto eingeführt würde, über eine Änderung im Maklergesetz 1996. Der Ausschuss für Bauten und Wohnen hat die Beratung darüber allerdings noch nicht aufgenommen. Da das Bestellerprinzip nicht im Regierungsprogramm steht, scheint es unwahrscheinlich, dass es 2019 kommt.

Neues Mietrecht 2019 – was kommt?

Seit Jahren wird über die Reform des komplexen Mietrechts in Österreich diskutiert. Dieses sollte ursprünglich vereinfacht werden. Dafür soll 2019 der bereits vielmals angekündigte Mietrechtskonvent stattfinden und für einen Interessensausgleich zwischen Mietern und Vermietern sorgen. Einzelmaßnahmen für leistbares Wohnen könnten auch schon vorher umgesetzt werden.

Ob 2019 eher für Mieter oder für Vermieter ein gutes Jahr wird, wird sich noch zeigen. Denn die türkis-blaue Bundesregierung hatte andererseits verschiedene Eingriffe ins Mietrecht geplant, die ehemals per 1. Jänner 2019 kommen sollten. Dazu zählen etwa die Abschaffung des Lagezuschlagsverbots in Gründerzeitvierteln, die Staffelung des Befristungszuschlags und eine Verschärfung der Eintrittsrechte von Mietern in den Mietvertrag.

19.12.2018


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1 Kommentar

Mag Christian Frankl am 17.04.2019 10:21

„Außerdem sind Wohnungen, die vor Inkrafttreten der Bauordnung im Jahr 1930 errichtet wurden, von dem Verbot ausgenommen.“

Wo steht das?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 17.04.2019 10:38

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wir beziehen uns in unserem Artikel auf eine Auskunft der Magistratsabteilung 64 der Stadt Wien. Demnach können Aufenthaltsräume in Gebäuden, die vor der Wirksamkeit der Bauordnung 1930... mehr