Neue Richtwerte: Vermieter können ab April die Miete erhöhen

Lesermeinungen:  

(1)

Seit dem 1. April gelten in Österreich die neuen Richtwerte. Bei Wohnungen, die unter das Mietrechtsgesetz fallen, kann daher der Mietzins erhöht werden.

Richtwerte, Mieten, Foto: Karl Krueger/stock.adobe.com
In Österreich steigen zum 1. April die Richtwerte für Wohnungsmieten. Viele Vermieter können danach die Miete erhöhen. Foto: Karl Krueger/stock.adobe.com

Auf viele Österreicher kommen in nächster Zeit Mieterhöhungen zu, denn die Richtwerte wurden zum 1. April erhöht. Dies geschieht regelmäßig. Dabei orientieren sich die Richtwerte an den Verbraucherindizes. Immer, wenn dieser einen festgelegten Stellenwert überschreitet, erhöhen sich die Richtwerte um 3,5 Prozent. Zuletzt war dies vor 2 Jahren, am 1. April 2017 der Fall. Möchten Vermieter nun die Miete erhöhen, müssen sie dies aber schriftlich ankündigen.

Für welche Wohnungen eine Mieterhöhung möglich ist

Die Erhöhung der Richtwerte wirkt sich nicht auf alle Wohnungen aus. Nur Immobilien, die unter das Mietrechtsgesetz (MRG) fallen und deren laufende Mietverträge ab dem 1. März 1994 geschlossen wurden sind hiervon betroffen. Bei älteren Mietverträgen gelten die sogenannten Kategoriemieten, die aktuell jedoch unverändert bleiben.

Für welche Wohnungen eine Mieterhöhung möglich ist

Für welche Wohnungen eine Mieterhöhung möglich ist

Die Erhöhung der Richtwerte wirkt sich nicht auf alle Wohnungen aus. Nur Immobilien, die unter das Mietrechtsgesetz (MRG) fallen und deren laufende Mietverträge ab dem 1. März 1994 geschlossen wurden sind hiervon betroffen. Bei älteren Mietverträgen gelten die sogenannten Kategoriemieten, die aktuell jedoch unverändert bleiben.

Erhöhung der Richtwertmieten

Die neuen Richtwertmieten nach Bundesländern:

BundeslandAlte Richtwerte bis 31. März 2019 pro QuadratmeterNeue Richtwerte ab 1. April 2019 pro Quadratmeter
Burgenland5,09 Euro5,30 Euro
Kärnten6,53 Euro6,80 Euro
Niederösterreich5,72 Euro5,96 Euro
Oberösterreich6,05 Euro6,29 Euro
Salzburg7,71 Euro8,03 Euro
Steiermark7,70 Euro8,02 Euro
Tirol6,81 Euro7,09 Euro
Vorarlberg8,57 Euro8,92 Euro
Wien5,58 Euro5,81 Euro

Wovon der Mietzins sonst noch abhängt

Es gibt neben den Richtwerten noch viele weitere Einflussfaktoren, die die Miethöhe mitbestimmen. Neben den Betriebskosten sind das auch verschiedene Auf- und Abschläge. Aufschläge sind etwa bei besonders guter Lage oder Ausstattung möglich. Allerdings sind dabei die Vorgaben des Gesetzgebers relativ schwammig. Einen Katalog, wann genau Zuschläge rechtens sind, gibt es jedenfalls nicht. Stattdessen sollen sich Vermieter an folgenden Punkten orientieren:

  • dem Erhaltungszustand des Hauses
  • der Wohnungsausstattung
  • der Lage der Wohnung innerhalb des Hauses
  • der Umgebung des Hauses

Neben einem Kriterienkatalog bleibt der Gesetzgeber bislang auch genauere Vorgaben zur Höhe der Aufschläge schuldig. Sollten sich Vermieter unsicher sein, wie weit sie die Miete erhöhen dürfen, kann es ratsam sein, sich an einen Eigentümerverband oder Fachanwalt zu wenden.

Ab wann Mieterhöhungen möglich sind

Bei neuabgeschlossenen Mietverträgen können die neuen Richtwerte ab dem 1. April als Berechnungsgrundlage des Mietzinses verwendet werden. Bei bestehenden Mietverträgen ist dies erst einen Monat später, zum 1. Mai 2019 möglich. Auch müssen Vermieter die Mieterhöhung immer spätestens 14 Tage vor Fälligkeit schriftlich ankündigen. Schreiben, die dem Mieter bereits vor dem 1. April zugegangen sind, haben übrigens keine Rechtswirkung. Eine verfrühte Ankündigung ist nicht zulässig. Auch ist eine Mietzinsanhebung nur dann möglich, wenn im Mietvertrag eine sogenannte Wertsicherung vereinbart wurde.

02.04.2019


Ihre Meinung zählt

(1)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

MietpreiseTipps für MieterTipps für Vermieter

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben