Blendet die Fotovoltaikanlage den Nachbarn, muss sie vom Dach

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Wer eine Fotovoltaikanlage auf seinem Dach anbringt, sollte darauf achten, dass sie den Nachbarn nicht blendet. Ansonsten kann dieser verlangen, dass die Anlage entfernt wird. Das hat der Oberste Gerichtshof (OGH) entschieden (Az.: 4 Ob 43/16a).

Sonnenbrille, blenden, Fotovoltaikanlage, Foto: Jürgen Fälchle/fotolia.com
Da hilft selbst eine Sonnenbrille nichts mehr: Wenn eine Fotovoltaikanlage den Nachbarn stark blendet, muss sie entfernt werden. Foto: Jürgen Fälchle/fotolia.com

Solaranlagen auf dem Dach versorgen Hausbesitzer mit umweltfreundlicher Energie und erweisen sich nach einigen Jahren meist als rentabel – sie können aber auch stören. Dann nämlich, wenn sie das Licht der Sonne nicht nur in Strom umwandeln, sondern es zusätzlich so reflektieren, dass der Nachbar geblendet wird. Ein solcher Fall wanderte nun bis vor den Obersten Gerichtshof (OGH). Der geblendete Nachbar verlangte die Demontage der Fotovoltaikanlage. Am Ende gaben ihm die Richter Recht.

Gesundheitsgefährdende Einwirkungen durch Fotovoltaikanlage

Zwar erkannte der OGH in seiner Urteilsbegründung an, dass Immissionen zu dulden seien, wenn sie dem ortsüblichen Maß entsprechen. Die Blendwirkung der Fotovoltaikanlage war allerdings sehr stark und reichte auch bis in die Wohnung des klagenden Nachbars. Die Richter gingen dabei sogar von einer Gesundheitsgefährdung aus. Gleichzeitig sei es dem Nachbarn nicht zuzumuten, seine Wohnung regelmäßig komplett zu verdunkeln.

Der Eigentümer der Fotovoltaikanlage muss diese jetzt entweder abbauen oder so anbringen, dass sie den Nachbarn nicht mehr blendet – die Kosten dafür belaufen sich laut OGH auf etwa 5.000 Euro. Wer eine Fotovoltaikanlage auf seinem Dach anbringt, sollte also bestenfalls schon vorher prüfen, ob sie den Nachbarn blenden könnte.

27.04.2016


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