Streitpunkt Betriebskostenabrechnung: Jeder sechste Mieter findet Fehler

Lesermeinungen:  

(1)

Wenn die Betriebskostenabrechnung in den Briefkasten flattert, ist Ärger oft vorprogrammiert: Jeder sechste Mieter hat sich schon einmal mit seinem Vermieter wegen Fehlern in der Abrechnung gestritten. Das zeigt eine repräsentative Studie von immowelt.at. Besonders häufig kommt es wegen nicht vereinbarten und falschen Betriebskosten zum Konflikt.

Betriebskostenabrechnung, Fehler, Foto: DDRockstar/ fotolia.com
Fehler in der Betriebskostenabrechnung: rund jeder sechste Mieter in Österreich legt sich wegen Fehlerndeshalb mit dem Vermieter an. Foto: DDRockstar/ fotolia.com

Kaltwasser, Grundsteuer, Versicherungsprämie – und Reparaturkosten für das Stiegenhaus? Moment, das letzte sind doch gar keine Betriebskosten! Wer beim Lesen der Betriebskostenabrechnung stutzig wird, oder sich mit dem Vermieter streitet, weil sie nicht rechtzeitig im Briefkasten liegt, ist nicht alleine: Wie eine repräsentative Studie von immowelt.at zeigt, hatte deshalb rund jeder sechste Österreicher schon einmal Zoff mit dem Vermieter.

So geht das nicht: am häufigsten sorgen falsche Betriebskosten für Streit

In nahezu der Hälfte aller Fälle bekommen sich Mieter mit ihrem Vermieter wegen falschen Betriebskosten in die Haare, also solchen, die in der Abrechnung eigentlich gar nichts zu suchen haben. Etwa, weil sie nicht vereinbart waren, oder nicht als abrechenbare Betriebskosten zählen. 8 Prozent aller Österreicher nannten diese als Ursache.

Dass die Betriebskostenabrechnung gar nicht erst im Briefkasten landet oder erst verspätet ins Haus flattert ist der zweithäufigste Streitpunkt: rund vier Prozent der Befragten hatten deshalb erhitzte Diskussionen mit dem Vermieter. Für Zündstoff sorgten bei den Befragten aber auch wie Fehler beim Berechnen oder weil der Wasser- und Heizverbrauch falsch abgelesen wurde.

Mehr als drei Viertel aller Österreicher ist mit ihrer Betriebskostenabrechnung zufrieden

Bei einem Großteil der Mieter lief bei der Abrechnung bisher allerdings alles glatt. 76 Prozent gaben an,  sich noch nie mit dem Vermieter wegen der Betriebskostenabrechnung gestritten zu haben. Weitere 7 Prozent der Österreicher haben eine andere Taktik, den Streit zu vermieden: sie lesen die Betriebskostenabrechnung überhaupt nicht genauer durch.

Auch ein Grund für ausbleibende Beschwerden: Unwissenheit

Die Bundesgeschäftsführerin der Mietervereinigung Österreich Alexandra Rezaei sagt: „Oft ist den Mietern gar nicht bewusst, was nicht abgerechnet werden darf, zum Beispiel die Kosten für Störungsbehebungen.“ Auch Bankspesen, Kosten für den Anwalt oder Reparaturen seien nicht erlaubt. Sie rät, gerade wenn in der Abrechnung „Sonstiges“ steht, zu Vorsicht. Rezaei sagt: „Oft deutet das darauf hin, dass Kosten verrechnet werden, die gar keine Betriebskosten darstellen.“

Link-Tipp

Das Mietrechtsgesetz im Überblick:Welche Betriebskosten in die Abrechnung gehören und welche nicht.

07.04.2016


Ihre Meinung zählt

(1)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Lifestyle

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben