Geförderte Wohnungen: Neue Spekulationsfrist soll Weiterverkauf erschweren

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Eine neue Spekulationsfrist soll ab Jänner 2016 dafür sorgen, dass der Weiterverkauf von geförderten Wohnungen nicht mehr lukrativ ist. Dies sieht eine Änderung des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG) vor, die der Bautenausschuss beschlossen hat. Grund für die Änderung: Einige Mieter geförderter Wohnungen machten von ihrer Eigentumsoption Gebrauch, kauften die Wohnung günstig und verkauften sie dann teuer wieder weiter.

Geförderte Wohnungen, Spekulationsfrist, Foto: photo 5000/fotolia.com
Geförderte Wohnungen sollen künftig von ehemaligen Mietern nicht mehr so leicht gekauft und gleich wieder weiterverkauft werden können. Dafür sorgen soll eine neue Spekulationsfrist im WGG. Foto: photo 5000/fotolia.com Foto: photo 5000/fotolia.com

Wer in eine geförderte Wohnung mit Eigentumsoption zieht, bekommt von der Bauvereinigung nach zehn Jahren die Möglichkeit, die Wohnung für einen günstigen Preis zu kaufen. Günstig vor allem deshalb, weil der Kaufpreis aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen ermittelt wird – den freien Marktpreis darf die Bauvereinigung bei geförderten Wohnungen nicht verlangen. In der Vergangenheit nutzten viele Mieter diese Möglichkeit, um eine Wohnung günstig zu kaufen und sie dann teurer weiterzuverkaufen. Dem will der Gesetzgeber nun mit einer neuen Spekulationsfrist einen Riegel vorschieben – durch eine Änderung des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG) ab Jänner 2016.

Spekulationsfrist von zehn Jahren

Die neue Spekulationsfrist bedeutet zweierlei: Erstens steht der Bauvereinigung ein Vorkaufsrecht zu, wenn ein ehemaliger Mieter die inzwischen erworbene Wohnung innerhalb von zehn Jahren wieder zum Verkauf anbietet. Die Bauvereinigung kann die Wohnung dann einfach zum ursprünglichen Kaufpreis zurückkaufen.

Die zweite Möglichkeit: Die Bauvereinigung macht nicht von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch. In diesem Fall muss der Verkäufer einen bestimmten Geldbetrag an die Bauvereinigung zurückzahlen. Dieser berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Preis, zu dem er die Wohnung selbst gekauft hat, und dem Verkehrswert zu ebendiesem Zeitpunkt. Der Verkehrswert ist laut Liegenschaftsbewertungsgesetz (LBG) jener Preis, der bei Verkauf „üblicherweise im redlichen Geschäftsverkehr“ erzielt werden kann. Der Wert wird bei Verkauf von einem Sachverständigen ermittelt. Er ist in der Regel höher als der tatsächliche Kaufpreis, den der ehemalige Mieter gezahlt hat.

Durch die Gesetzesnovelle unangetastet bleibt übrigens die Möglichkeit, eine über die Eigentumsoption gekaufte Wohnung danach zu einem freien Mietzins zu vermieten.

08.12.2015


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