Wenn die Rente nicht reicht – im Alter droht Umzug

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Viele österreichische Mieter blicken sorgenvoll in ihre Renten-Zukunft: 41 Prozent glauben, dass sie im Alter umziehen müssen, weil ihre Rente nicht für die Miete reicht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von immowelt.at.

Rente, Miete, Foto: Alexander Raths / fotolia.com
Die Rente wird nicht für die Miete reichen, befürchten 41 Prozent der österreichischen Mieter Mieter. Foto: Alexander Raths / fotolia.com Foto: Alexander Raths / fotolia.com

Steigende Mieten und schlechte Aussichten für die Rente – aufgrund der derzeitigen Entwicklungen befürchten 41 Prozent der österreichischen Mieter, dass ihre Rente nicht für die Miete reichen wird und sie deshalb im Alter umziehen müssen. Das zeigt eine Umfrage von immowelt.at.

59 Prozent der Befragten hingegen gehen davon aus, dass sie sich ihre Wohnung auch im Alter leisten können. Sie planen entweder, im Alter gar nicht mehr in einer Mietwohnung zu leben, sondern eine eigene Immobilie zu besitzen. Oder sie sorgen mithilfe einer betrieblichen oder privaten Altersvorsorge vor. 23 Prozent derer, die nicht glauben, im Alter umziehen zu müssen, glauben darüber hinaus, dass die gesetzliche Rente ausreichen wird.

Wohngeld oder Minijob: Mehr als die Hälfte der Mieter will Wohnung mit allen Mitteln halten

Sollte die Rente im Alter tatsächlich nicht mehr für die Miete reichen, würde mehr als die Hälfte der österreichischen Mieter versuchen, ihre Wohnung zu halten. 36 Prozent würden Wohnbeihilfe beantragen und 22 Prozent einen Minijob annehmen, um eine zusätzliche Einnahmequelle zu haben. 20 Prozent der Mieter gaben an, einen Umzug aufs Land in Erwägung zu ziehen, weil dort die Mieten günstiger seien. 11 Prozent würden in diesem Fall eher Österreich den Rücken kehren und ihren Alterswohnsitz im Ausland aufschlagen. Ein Umzug in ein Mehrgenerationenhaus mit den eigenen Kindern kommt nur für ein Prozent der Mieter in Frage.

Wer Wohnbeihilfe bekommt – und wo

Bei der Berechnung der Wohnbeihilfe wird das monatliche Haushaltseinkommen mit dem Wohnungsaufwand – also der monatlichen Miete – verglichen. Die Details der Vergabe und Berechnung ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Ein Überblick:

Im Burgenland wird bei der Berechnung des Wohngelds die Nettomiete ohne Betriebskosten herangezogen. Allerdings gibt es einen Richtwert für die Miete von 4,70 Euro pro Quadratmeter. Übersteigt die Miete diesen Richtwert, bleibt der übersteigende Teil bei der Berechnung unberücksichtigt. Anrechenbar sind darüber hinaus nur bestimmte Wohnflächen: Bei einer Person 50 Quadratmeter, bei zwei Personen 70 Quadratmeter. Leben im Haushalt minderjährige Kinder, erhöht sich die Nutzfläche um 10 Quadratmeter pro Kind.

Weitere Informationen sowie alle benötigten Formulare gibt es beim Amt der Burgenländischen Landesregierung.

In Kärnten staffelt sich die anrechenbare Miete nach Anzahl der Personen im Haushalt. So sind bei einer Person 150 Euro anrechenbar, bei vier Personen sind es 250 Euro. Grundsätzlich gilt, dass die Miete als nicht zumutbar anerkannt wird, wenn das Einkommen des Haushalts bei 850 Euro oder darunter liegt. Übersteigt das Einkommen diesen Betrag, gelten je nach Höhe des Einkommens und Zahl der Personen im Haushalt nur noch bestimmte Prozentsätze als unzumutbar. Betriebskosten können ebenfalls angerechnet werden.

In Niederösterreich wird zwischen Wohnbeihilfe und Wohnzuschuss unterschieden. Je nachdem wird der monatliche Betrag unterschiedlich berechnet. Wohnbauförderung gibt es für alle Gebäude, für die eine Wohnbauförderung nach 1993 beantragt wurde – wurde die Wohnbauförderung davor beantragt, gibt es Wohnbeihilfe. Besteht keine solche Förderung, kann auch kein Wohnzuschuss beziehungsweise keine Wohnbeihilfe beantragt werden. Die Unterstützung wird jeweils auf die Dauer eines Jahres zuerkannt und muss jährlich neu beantragt werden.

Weitere Informationen sowie Formulare gibt es auf der Webseite des Landes Niederösterreich.

In Oberösterreich können sowohl Mieter in geförderten als auch Mieter in nicht geförderten Wohnungen Beihilfen erhalten. Die Höhe ergibt sich aus der Differenz zwischen der Miete und Haushaltseinkommen. Ab einer gewissen Höhe des Haushaltseinkommens ist die Bewilligung einer Wohnbeihilfe nicht mehr möglich. Die genauen Obergrenzen richten sich nach der Anzahl der Personen im Haushalt.

Entsprechende Tabellen sowie Rechenbeispiele gibt es auf der Webseite des Landes Oberösterreich.

Mieter von geförderten Objekten können in Salzburg eine allgemeine Wohnbeihilfe beantragen. Dabei werden Betriebskosten nicht angerechnet. Für nicht geförderte Wohnungen gibt es die Möglichkeit einer „erweiterten Wohnbeihilfe“. Dabei darf die Nettomiete allerdings einen Richtwertzins von 7,45 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen. Die Wohnbeihilfe muss bei der Wohnbauförderungsabteilung des Landes Salzburg beantragt werden.

Die Formulare finden sich auf der Webseite des Bundeslandes.

In der Steiermark gibt es Wohnbeihilfe sowohl für geförderte als auch für nicht geförderte Mietwohnungen. Allerdings darf der Hauptmietzins bei nicht geförderten Wohnungen einen Richtwert von 7,44 Euro dabei nicht übersteigen. Die genaue Höhe des Wohngelds geht aus umfangreichen Tabellen hervor.

In Tirol werden bei der Berechnung der Wohnbeihilfe des anrechenbare Einkommen und die zumutbare Wohnungsaufwandsbelastung gesondert berechnet. Auch hier richtet sich die Höhe nach der Differenz zwischen Einkommen und Miete.

Das Land Tirol hat auf seiner Webseite umfangreiche Informationen und Tabellen zusammengestellt.

Bei der Ermittlung der Wohnbeihilfe sind in Vorarlberg bei einer Person 50 Quadratmeter, bei zwei Personen 70 Quadratmeter und für jede weitere Person zusätzlich zehn Quadratmeter Wohnfläche anrechenbar. Pro Quadratmeter ist ein Betriebskostenanteil von maximal 1,20 Euro pro Quadratmeter anrechenbar. Die Obergrenze der anrechenbaren Miete liegt bei 6,80 Euro pro Quadratmeter.

In Wien beträgt die anrechenbare Nutzfläche der Wohnung für eine Person 50 Quadratmeter, für zwei Personen 70 Quadratmeter und für jede weitere Person 15 Quadratmeter. Der anrechenbare Teil der Miete unterscheidet sich je nach Größe und Art der Wohnung.

Das Magistrat Wien hat im Internet umfangreiche Informationen und Tabellen zusammengestellt.

23.09.2015


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