Heizöl kaufen: So sparen Sie Geld

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Die Preise für Heizöl sind im vergangenen Jahr zwar gesunken. Billig ist das schwarze Gold damit aber noch nicht. Es lohnt sich also weiterhin, beim Heizöl kaufen einige Regeln zu beachten, denn es lässt sich einiges an Geld einsparen. immowelt.at verrät die besten Tipps zum Heizölkauf.

Heizöl kaufen, Heizölkauf
Die Preise für Heizöl schwanken stark. Mit der richtigen Einkaufsstrategie lässt sich Geld sparen Foto: Marco2811 / fotolia.com

Die Endverbraucherpreise für Heizöl sind im Verlauf des letzten Jahres zwar deutlich gesunken – von über 90 Euro für 100 Liter nunmehr auf eine Spanne von gut 65 bis knapp 70 Euro. Richtig billig ist das aber nicht. Wer in seinem Haus jährlich 3.000 Liter des Brennstoffs verbraucht, zahlt damit immer noch rund 2.000 Euro per anno. Deshalb kann es sich finanziell lohnen, ein paar Tipps zum richtigen Heizölkauf zu beachten.

Heizöl kaufen: Richtiger Zeitpunkt

Die Preise für Heizöl schwanken auch ohne geopolitische Umbrüche im Laufe des Jahres oft um rund zehn Prozent. Gibt es wichtige Veränderungen, die den Rohölmarkt beeinflussen, sind auch kurzfristig noch weitaus größere Schwankungsbreiten möglich. Diese lassen sich vom Endverbraucher nicht vorhersehen. Doch Statistiken der vergangenen Jahre zeigen, dass Heizöl gegen Ende der Heizperiode tendenziell etwas günstiger ist als im Spätsommer. Grund: Im Spätsommer legen viele Hausbesitzer ihre Vorräte an. Eine höhere Nachfrage führt zu höheren Preisen. Eine Lagerhaltung, die es ermöglicht, Heizöl dann zu kaufen, wenn die Nachfrage geringer ist, erhöht demnach die Chance auf günstigere Preise.

Wer einen großen Tank hat, kann seinen Jahresbedarf auch in zwei Teilmengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten decken. Damit zahlt man zwar garantiert nicht den bestmöglichen Preis, reduziert aber auch das Risiko, den gesamten Bedarf zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt gekauft zu haben. Ob der Zeitpunkt gut oder schlecht war, kann der Verbraucher ja erst viel später beurteilen. Abzuraten ist von dieser Strategie, wenn nur ein kleiner Tank vorhanden ist. Kleinmengen – das sind bei Heizölkäufen zum Beispiel 1.000 Liter – sind unabhängig vom aktuellen Marktpreis generell erheblich teurer als die Abnahme von mehreren tausend Litern.

Darüber hinaus kann es sich lohnen, die Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen oder mit dem Händler zu handeln.

Richtige Bestellmenge und Sammelbestellungen beim Heizölkauf

Je größer die Bestellmenge, desto günstiger der Preis – zwar sind die Unterschiede ab einer bestimmten Menge nicht mehr riesig, es kann sich aber dennoch lohnen, sich mit den Nachbarn zusammenzuschließen und gemeinsam eine größere Menge abzunehmen. Selbst zwei Cent Ersparnis machen bei 2.000 Litern immerhin 40 Euro aus.

Generell gilt: Wird nur eine Kleinmenge bestellt, ist mit einem Aufpreis von mehreren Cent pro Liter gegenüber einer 3.000 Liter-Bestellung zu rechnen. Die Differenzen bei einer Abnahmemenge von 3.000 oder 5.000 Litern sind erheblich geringer, sie liegen oft unter einem Cent. Aber dennoch: Auch kleine Differenzen summieren sich mit der Zeit. Übrigens: Unter 500 oder 1.000 Liter liefern die meisten Händler gar nicht.

Barzahler- oder EC-Rabatt nutzen

Unter Umständen lässt sich bei Bar- oder EC-Kartenzahlung direkt bei der Lieferung ein zusätzlicher Rabatt aushandeln. Darauf macht das Heizöl-Preisvergleichsportal Heizoel24.at aufmerksam. Denn Händler reduzierten dabei das Risiko eines Zahlungsausfalls. Sicherheitsrücklagen müsse der Händler dann nicht bilden und auch teure Forderungsausfallversicherungen seien nicht nötig. Den Preisvorteil könne der Händler an seine Kunden weitergeben.

Rohölmarkt beobachten

Der Preis von Heizöl hängt von wenigen Faktoren ab: Zum einen vom aktuellen Rohölpreis, zum anderen vom Dollarkurs, da Rohöl üblicherweise in Dollar gehandelt wird. Ausschläge dieser beiden Faktoren können deshalb kurzfristig zu einer Reaktion bei den Heizölpreisen führen. Ein Beispiel: Kostet ein Euro 1,10 Dollar und ein Barrel Rohöl 45 Dollar, so beläuft sich der Euro-Preis für ein Barrel auf 40,91 Euro. Verändert sich nun der Wechselkurs dahingehend, dass ein Euro 1,15 Dollar kostet, und der Rohölkurs bleibt gleich, kostet ein Barrel nur noch 39,13 Euro. Erfahrungsgemäß sinkt in einer solchen Situation auch der Preis für Heizöl. Hausbesitzer sollten den Rohölmarkt und den Dollar-Euro-Wechselkurs deshalb beobachten um bei günstigen Gelegenheiten schnell zugreifen zu können.

Kontrolle vor Vertrauen

Bei der Lieferung des Heizöls sollte der Hausbesitzer darauf achten, dass der Zähler beim Einschalten der Pumpen auf null steht. Nur so ist später eine transparente Kontrolle möglich. Während des Tankvorgangs muss im Sichtglas immer ausschließlich Heizöl zu sehen sein. Sind dort etwa Luftblasen zu sehen, sollte der Kunde auf einen Abbruch des Tankvorgangs bestehen – denn in diesem Fall bezahlt er unter Umständen mehr Heizöl als er tatsächlich bekommt.

Auf dem Lieferschein muss außerdem eine Umrechnung der gelieferten Ölmenge auf 15 Grad Celsius zu finden sein. Denn Öl dehnt sich bei höheren Temperaturen aus. 1.000 Liter Öl, die von 15 auf 25 Grad erhitzt werden, haben dann ein Volumen von 1008,4 Liter. Die Volumenänderung muss durch diese Temperaturkompensation ausgeglichen werden. Standardmäßig wird das Volumen auf 15 Grad Celsius, also etwa Kellertemperatur, umgerechnet. Da das gelieferte Öl oft wärmer als 15 Grad ist, würde dem Kunden ohne die Temperaturkompensation mehr berechnet werden.

Die höchsten Sparpotentiale bieten langfristig aber immer noch ein verbrauchsbewusstes Heizen und eine energetische Optimierung des Gebäudes.

18.09.2015


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