Wien: Kaufpreise seit 2010 um 51 Prozent gestiegen

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Die Preise für Eigentumswohnungen sind in der österreichischen Hauptstadt seit 2010 um insgesamt 51 Prozent gestiegen. Im Gegensatz zu den sprunghaften Anstiegen zwischen 2010 und 2012 blieben die Preise in den vergangenen zwei Jahren allerdings weitestgehend stabil bei 3.986 Euro pro Quadratmeter. Die Innere Stadt ist auch weiterhin der teuerste Bezirk, obwohl in einigen Vierteln die Preise regelrecht explodierten.

Kaufpreise, Wien, Foto: mRGB / fotolia.com
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind in Wien seit 2010 um 51 Prozent gestiegen Foto: mRGB / fotolia.com Foto: mRGB / fotolia.com

Im Vergleich zu 2010 sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen für Wien um 51 Prozent gestiegen – das zeigt eine Auswertung von immowelt.at. Der steile Preisanstieg ist im vergangenen Jahr jedoch abgeflacht: Während zwischen 2010 und 2012 die Kaufpreise noch um 21 Prozent stiegen, erhöhten sie sich seit 2014 nur um zwei Prozent. Der mittlere Angebotspreis für Eigentumswohnungen liegt damit relativ stabil bei 3.986 Euro pro Quadratmeter.

Nachfrage für Wohnraum steigt – Innere Stadt weiter teuerster Bezirk

Seit 2010 ist die Einwohnerzahl in Österreichs Hauptstadt um sechs Prozent auf knapp 1,8 Millionen angestiegen. Folglich entsteht auch mehr Nachfrage nach Wohnraum. Die Preise erhöhen sich vor allem in beliebten und zentralen Vierteln stetig und werden für viele Menschen zu teuer. Daher weichen immer mehr Immobiliensuchende in günstigere Teile der Stadt aus – und treiben auch dort die Preise in die Höhe.

Am teuersten bleibt die Innere Stadt mit ihren Luxuslagen: Im zentralen 1. Bezirk müssen Käufer 7.000 Euro pro Quadratmeter zahlen. Das grenzt den Stadtteil in punkto Kaufpreis ganz klar vom Rest der Stadt ab – die Innere Stadt ist um 44 Prozent teurer als der zweitteuerste Bezirk Neubau. Und das, obwohl in einigen angrenzenden Bezirken die Kaufpreise regelrecht explodiert sind: Der Stadtteil Mariahilf weist mit 99 Prozent die höchste Kaufpreissteigerung aller Bezirke auf. Trotzdem kosten Eigentumswohnungen dort vergleichsweise günstige 4.536 Euro pro Quadratmeter im Median.

Andere Bezirke im Süden Wiens sind noch günstiger, haben sich aber ebenso massiv verteuert. Neben Mariahilf, Wieden und Landstraße betrifft das auch die Stadtteil Favoriten und Simmering am Stadtrand. Dort steigerten sich die Kaufpreise um über 80 Prozent und erreichen inzwischen über 3.000 Euro pro Quadratmeter im Median.

Wiener Norden: zwischen starkem Preisanstieg und leichten Erhöhungen

Der Wiener Norden zeichnet kein einheitliches Bild. So hat Floridsdorf eine Steigerung von 89 Prozent auf 3.758 Euro pro Quadratmeter vorzuweisen und damit den zweithöchsten Anstieg aller Bezirke. Im benachbarten Stadtteil Donaustadt erhöhten sich die Preise im angrenzenden Bezirk Donaustadt um 44 Prozent auf 3.941 Euro pro Quadratmeter. Hier gibt es große Wohnbauprojekte wie die Seestadt Aspern, die bis 2030 10.500 neue Wohneinheiten schaffen soll.

In anderen nördlichen Bezirken gab es kaum Bewegung. In Döbling werden aber ohnehin schon hohe Preise aufgerufen – der Bezirk ist der drittteuerste in der Hauptstadt. Brigittenau zählt hingegen mit 3.536 Euro noch zu den preiswerteren Wohngegenden, die Preise stiegen lediglich um 10 Prozent. Der Stadtteil besitzt allerdings reichlich Entwicklungspotenzial: Bis 2025 soll auf dem Areal des ehemaligen Nordwestbahnhofs ein neuer Stadtteil entstehen mit eigenem Stadtpark und etwa 5.000 neuen Wohnungen – dadurch könnten auch hier die Preise für Eigentumswohnungen ansteigen.

Näheres zu den Kaufpreisen in den einzelnen Bezirken finden Sie in dieser Infografik:

06.08.2015


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4 Kommentare

Immowelt-Redaktion am 07.08.2015 08:52

Sehr geehrter Herr Neisser,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir haben zum Thema auch eine Pressemitteilung veröffentlicht. Unter folgender Adresse stehen ausführliche Ergebnisgrafiken zum Download bereit, denen Sie die genauen... mehr

auf Kommentar antworten

Fabian Neisser am 07.08.2015 08:30

Sehr geehrte Immowelt-Redaktion,

herzlichen Dank für den interessanten Artikel. Können Sie auch die genauen Preissteigerungen je Bezirk zugänglich machen?

Danke!

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Immowelt-Redaktion am 07.08.2015 07:51

Sehr geehrter Herr Wagner,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in Wien sind 43.850 Wohnungsangebote, die jeweils im 1. Halbjahr der Jahre 2010 bis 2015 auf immowelt.at inseriert wurden.... mehr

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