Mieten in Wien – stabil, aber teuer

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Die Mieten in Wien haben offenbar ihren Zenit erreicht. Sie liegen zwar derzeit im Median bei hohen 14 Euro pro Quadratmeter, sind aber dafür im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht mehr gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren sind die Mietzinse dennoch insgesamt um 17 Prozent in die Höhe geschnellt.

Mieten in Wien, Foto: mRGB/fotolia.com
In der Hauptstadt lebt es sich zwar schön, aber auch teuer. In den vergangenen zwei Jahren sind die Mieten in Wien allerdings stabil geblieben. Foto: mRGB/fotolia.com Foto: mRGB/fotolia.com

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Mercer ist Wien die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität. Ein Umstand, der sich auch in den hohen Mieten in der Hauptstadt ausdrückt. 14 Euro kostete der Quadratmeter im Median im ersten Halbjahr 2015. Allerdings: Der Anstieg der Mieten scheint vorerst gestoppt. In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Preis pro Quadratmeter kaum verändert. Dies geht aus dem Marktbericht Wien von immowelt.at hervor.

Mieten in Wien: 17 Prozent Steigerung in fünf Jahren

Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, ergibt sich im Median dennoch eine satte Steigerung von 17 Prozent beim Mietzins. Im Jahr 2010 mussten Mieter noch zwölf Euro Miete pro Quadratmeter zahlen. Bis zum Jahr 2011 sank die Miete um acht Prozent auf 11,10 Euro. Danach begann allerdings ein rasanter Anstieg der Preise. Bis zum Jahr 2013 stiegen sie auf 13,90 Euro pro Quadratmeter, erreichten damit aber auch ihren vorläufigen Höhepunkt.

Im Jahr 2014 stiegen die Mieten nur noch geringfügig auf 14,10 Euro pro Quadratmeter. Im ersten Halbjahr 2015 lagen sie mit 14 Euro sogar knapp darunter. Offenbar haben die Mieten in Wien vorläufig ihren Höhepunkt erreicht.

Donaustadt am teuersten

Besonders stark gestiegen sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren in Donaustadt – nämlich um 28 Prozent. Sie liegen aktuell bei 15,20 Euro pro Quadratmeter. Damit ist der 22. Bezirk der zweitteuerste – gleich hinter der Inneren Stadt, wo der Quadratmeter rekordverdächtige 17,40 Euro pro Quadratmeter kostet. Auch hier sind die Zuwächse aber den Jahren vor 2013 zuzurechnen – danach stagnierten die Mieten im Bezirk. Ein starkes Plus gab es beim Mietzins auch in Leopoldstadt (25 Prozent). Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf zahlreiche Sanierungen und Neubauten. Zusammen mit anderen Vierteln mit Nähe zur Innenstadt hat der Bezirk in den vergangenen Jahren einen regelrechten Run erlebt – Leopoldstadt gilt inzwischen als In-Viertel.

Ebenfalls stark gestiegen sind die Mieten in Meidling (23 Prozent) und Ottakring (23 Prozent). Beide Bezirke gelten immer mehr als Ausweichmöglichkeiten zu den teuren Vierteln nahe der Inneren Stadt, wo sich immer weniger Wiener eine Mietwohnung leisten können.

Starkes Plus im vergangenen Jahr: Simmering

Die stärkste Veränderung zwischen 2014 und 2015 gab es in Simmering. Um sechs Prozent sind die Mieten hier nach oben geklettert. Auch der 11. Bezirk ist eine beliebte Alternative zu den teureren Vierteln entlang der Inneren Stadt. Zudem wurden viele Häuser hier erst ab den 50er Jahren gebaut, unterliegen also nicht dem Mietrechtsgesetz. Das bedeutet, dass die Mieten frei vereinbart werden können, was bei steigender Nachfrage zu höheren Preisen führt.

13.08.2015


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2 Kommentare

Immowelt-Redaktion am 17.08.2015 09:54

Sehr geehrter Herr Schmidt,

vielen Dank für Ihren Kommentar. In unsere Zahlen fließen sowohl Immobilien ein, die unter den Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes fallen als auch solche, bei denen dies nicht der Fall ist. Insgesamt... mehr

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Martin Schmidt am 14.08.2015 12:04

Sg. Damen und Herren,

mich würde interessieren, wie ihrer Statistik/Erhebung berücksichtigt wird, dass in manchen Bezirken ein großer Anteil an Altbauten vorhanden ist, während dies in anderen Bezirken nicht der Fall ist. Für... mehr

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