Steuerreform: Für Immobilienkäufer und -verkäufer wird es jetzt teurer

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Die Steuerreform ist beschlossene Sache. Auf Immobilieneigentümer kommen durch die beschlossenen Änderungen ab 2016 deutlich höhere Belastungen zu. Neuerungen gibt es sowohl bei der Immobilienertragsteuer als auch bei der Grunderwerbsteuer und bei der Gebäudeabschreibung. Immowelt.at erklärt die wichtigsten Details.

Einfamilienhaus, Steuerreform, Foto: JS-LE-PHOTOGRAPHY/fotolia.com
Der Traum vom eigenen Haus: Auf Immobilienbesitzer kommen durch die Steuerreform höhere Belastungen zu. Foto: JS-LE-PHOTOGRAPHY/fotolia.com Foto: JS-LE-PHOTOGRAPHY/fotolia.com

Was lange währt, wird endlich gut? Zumindest für Immobilienbesitzer trifft dies im Fall der ausgiebig diskutierten Steuerreform nicht zu. Denn durch die im Nationalrat beschlossene Gesetzesänderung kommen auf sie deutlich höhere steuerliche Belastungen zu. Betroffen sind sowohl die laufende Besteuerung als auch die Übertragung von Liegenschaften.

Steuerreform: Immobilienertragsteuer wird erhöht

Im Zuge der Steuerreform wird ab 2016 die Immobilienertragsteuer von aktuell 25 Prozent auf 30 Prozent angehoben. Gleichzeitig hat die Bundesregierung den sogenannten Inflationsabschlag abgeschafft. Dieser kann bislang von der Berechnungsgrundlage zur Steuer abgezogen werden.

Ein Beispiel: Frau Gruber kauft eine Wohnung zu einem Preis von 400.000 Euro. 20 Jahre später verkauft sie die Immobilie für 600.000 Euro. Bislang sähe die Berechnung der Steuer bei einer angenommenen Inflationsrate von zwei Prozent folgendermaßen aus:

Verkaufspreis: 600.000 Euro
- Anschaffungskosten: 400.000 Euro
= 200.000 Euro
- Inflationsabschlag*: 40.000 Euro
= Veräußerungsgewinn: 160.000 Euro

Davon 25 Prozent Steuer: 40.000 Euro

* Je zwei Prozent nach dem elften Jahr.

Nach der Steuerreform würde der Veräußerungsgewinn 200.000 Euro betragen. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent würden somit 60.000 Euro Immobilienertragsteuer fällig werden.

Änderungen bei der AfA

Durch die Steuerreform kommt es auch zu Veränderungen bei der laufenden Besteuerung von Immobilien. Bislang wird von der Berechnungsgrundlage der AfA (Abschreibung für Abnutzung) nach dem Immobilienkauf ein pauschaler Anteil von 20 Prozent abgezogen – dieser Anteil steht für den Wert, den Grund und Boden haben. Weil Grundstücke an sich nicht abnützen, können Immobilienbesitzer sie auch nicht abschreiben. Sie haben allerdings die Möglichkeit, per Gutachten einen anderen Wert als besagte 20 Prozent feststellen zu lassen.

Tun sie das nicht, greift allerdings der Pauschalanteil – und genau dieser wird durch die Steuerreform nun auf 40 Prozent erhöht. In der Praxis bedeutet das, dass viele Immobilienbesitzer künftig einen deutlich geringeren Anteil ihrer Liegenschaft steuerlich absetzen können – es sei denn, sie bestellen einen Gutachter. Letzteres soll auch weiterhin möglich bleiben.

Reform der Grunderwerbsteuer

Neu geregelt wird auch die Berechnung der Grunderwerbsteuer. Ab 2016 wird es bei Verkauf, Schenkung oder Erbschaft innerhalb der Familie einen gestaffelten Tarif geben. Zudem ändert sich die Berechnungsgrundlage: Künftig kommt bei der Berechnung der Steuer der Verkehrswert der Immobilie zum Ansatz und nicht mehr wie bisher der dreifache Einheitswert. Details zur Reform der Grunderwerbsteuer lesen Sie in diesem Artikel.

07.07.2015


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