Seltenes Gut: Ein Grundstück in Salzburg finden und beurteilen

Lesermeinungen:  

(4)

Rund um Salzburg werden in den kommenden zehn Jahren über 900 Hektar Wohnbaufläche ausgewiesen. Das könnte Platz für 160.000 Menschen schaffen. Dennoch bleibt Bauland knapp und teuer. Wer vor den hohen Preisen aufs Land flieht, findet zwar günstigen Baugrund, muss aber lange Wege in Kauf nehmen. Ein Mobilitätsrechner hilft dabei, Fahrtkosten richtig einzuschätzen, unsere Checkliste bietet außerdem Anhaltspunkte für die erste Bewertung von Grundstücken.

St. Gilgen, Sonnenschein, Seeblick, Foto: serkat Photography / fotolia.com
St. Gilgen am Wolfgangsee: Der touristisch attraktive Ort liegt weit draußen auf dem Land. Viel günstiger als in Salzburg sind Grundstücke auch hier nicht. Foto: serkat Photography / fotolia.com Foto: serkat Photography / fotolia.com

 

Salzburg: teurer Grund trotz großem Angebot


Grundstücke in und um Salzburg sind knapp und teuer. Dabei wäre grundsätzlich ausreichend Fläche vorhanden: Die Gemeinden rund um Salzburg werden in den nächsten zehn Jahren 918 Hektar Grund für den Wohnbau ausweisen, heißt es aus dem Büro von Salzburgs Raumordnungsreferentin Astrid Rössler. Je nach Nutzung gäbe es damit Platz für bis zu 160.000 Menschen. Der Bedarf auf Basis von Bevölkerungsvorausberechnungen wird dabei lediglich auf 15.000 geschätzt. Das klingt nach einem Überangebot, was normalerweise niedrige Preise zur Folge hätte. Die Grundstücke sind dennoch teuer, weil freie Flächen nur nach und nach tatsächlich zum Verkauf angeboten werden – und dann stehen oftmals Investoren und ausländische Käufer bereit, die Preise jenseits der Schmerzgrenze vieler Salzburger bieten. Das gilt besonders für touristisch reizvolle Gegenden in relativer Stadtnähe. Weiter draußen auf dem Lande dagegen sind die Grundstücke günstiger.

Mobilitätsrechner: So viel kostet ein Haus auf dem Land wirklich


„Raus aufs Land“ lautet also die Devise, wenn Bauherren in Salzburg auf der Suche nach preiswertem Grund und Boden sind. Der Nachteil des Dorflebens: Die infrastrukturelle Versorgung ist oftmals schlechter als in der Stadt. Während die Immobilienkosten sinken, steigen die Mobilitätskosten – die nicht auf dem ersten Blick zu erkennen sind. Hier setzt der sogenannte Haushaltsrechner des Salzburger Instituts für Raumordnung & Wohnen (SIR) an. Er hilft einzuschätzen, ob es sich lohnt, ein günstigeres Grundstück außerhalb der Stadt zu kaufen und zu pendeln, oder ob die Fahrtkosten so hoch sind, dass sich doch der teurere Baugrund in Zentrumsnähe lohnt.

Das SIR bietet noch einen zweiten Rechner an: Den Siedlungsrechner. Er zeigt, wo sich im Salzburger Umland Schulen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten befinden und wie gut diese mit dem öffentlichen Nachverkehr erreichbar sind. 

Die wichtigsten Kriterien beim Grundstückscheck

Feldweg, Bergwiese, Berglandschaft, blauer Himmel, Salzbuger Land, Foto: JFL Photography / fotolia.com
Platz für ein hübsches Häuschen wäre schon. Weit draußen auf dem Land ist der Grund auch etwas günstiger. Hohe Mobilitätskosten können ein Grundstück außerhalb Salzburgs aber teuer machen. Foto: JFL Photography / fotolia.com Foto: JFL Photography / fotolia.com


Fällt die Mobilitätsrechnung positiv aus und stehen tatsächlich ein oder gar mehrere Grundstücke in der näheren Auswahl, helfen weitere Kriterien dabei, das richtige Grundstück in oder rund um Salzburg auszumachen. Denn letztendlich muss auch das günstigste Stück Land bebaubar sein und zu den Vorstellungen des Käufers passen:

Bebauungsplan: Der Bebauungsplan zeigt an, was auf dem jeweiligen Stück Land gebaut werden darf und welche Bauten in der Umgebung geplant sind. Etwa eine Schnellstraße oder eine Kläranlage. Bei Grundstücken, die zwar günstig sind, aber nicht im Bebauungsplan aufgeführt werden, ist Vorsicht geboten. Denn: In den nächsten Jahren stehen bereits Flächen für 160.000 Menschen zur Bebauung bereit. Da erscheint es unwahrscheinlich, dass viele weitere Flächen hinzukommen, die bisher nicht als Bauland gekennzeichnet sind. 

Aufschließung: Der Bauherr kann sein Grundstück erst dann bebauen, wenn es aufgeschlossen, also mit den öffentlichen Versorgungsnetzen wie Wasser, Strom und Straße verbunden ist. Das kann teuer werden, vor allem bei großen Grundstücken, die noch dazu außerhalb der bisherigen Bebauungsgrenze liegen. Schließlich müssen alle Leitungen gesondert bis zum Haus gelegt werden. Die Kosten dafür trägt der Bauherr zu einem großen Teil selbst. Bereits aufgeschlossene Grundstücke sind deshalb meist etwas teurer als unaufgeschlossene.

Lage: Die Ausrichtung des Grundstücks zur Umgebung, wie etwa der Verbindungsstraße, oder zu Nachbargrundstücken schränkt den Bauherren unter Umständen stark ein. Nicht immer ist eine große Terrasse mit Südausrichtung machbar. Daten zur weiteren Infrastruktur, also Informationen, wie weit die nächste Schule, Apotheke oder der nächste Arzt entfernt sind, hält in Salzburg zum Teil der Siedlungsrechner bereit.

Untergrund: Die wichtigsten Parameter sind hier Bodenbeschaffenheit, Neigung und Grundwasser. Ein abschüssiges Grundstück mit lockerem Boden und hohem Grundwasserspiegel kann nahezu unbebaubar werden. Ein Gutachter kann Auskunft darüber geben, welche Maßnahmen zur Bauvorbereitung getroffen werden müssten. Oft liegen diese Informationen auch der Baubehörde oder der Wasserrechtebehörde vor.

28.05.2015


Ihre Meinung zählt

(4)
3.3 von 5 Sternen
5 Sterne
 
0
4 Sterne
 
2
3 Sterne
 
1
2 Sterne
 
1
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für Käufer

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben