Bausparvertrag: Darauf müssen Sparer achten

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Bausparverträge sind nach wie vor eine beliebte Finanzierungshilfe für die eigene Immobilie. Über einige Jahre hinweg zahlen die Sparer Geld bei einer der vier Bausparkassen ein und bekommen es dann zusammen mit einem Darlehen ausgezahlt. Wer einen Bausparvertrag abschließen will, sollte jedoch einiges beachten.

Bausparvertrag, Beratungsgespräch, Foto: imago/Westend61
Beim Beratungsgespräch für einen Bausparvertrag sollten Verbraucher einige wichtige Fragen klären. Foto: imago/Westend61 Foto: imago/Westend61

Insgesamt 2,4 Milliarden Euro waren im Jahr 2014 in Bausparverträgen angelegt, über 900.000 Vertragsabschlüsse gab es – dies geht aus einer Pressemitteilung des Arbeitsforums Österreichischer Bausparkassen hervor. Kurzum: Bausparen ist beliebt. Für angehende Bausparer ist es jedoch wichtig, zu wissen, worauf sie vor Abschluss eines Bausparvertrags achten müssen.

Bausparvertrag: Das sollten Sparer vor dem Beratungsgespräch wissen

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Bausparvertrag abzuschließen, sollte nicht blind in ein Beratungsgespräch rennen, sondern sich zuvor über einige Punkte im Klaren sein. Diese Fragen sollten angehende Bausparer klären:

  • Ziel:
    Bausparer sollten wissen, wann sie eine Immobilie bauen oder kaufen wollen.
  • Bausparvertrag als Anlageform:
    Bausparer, die ihren Vertrag lediglich als Geldanlage nutzen wollen, sollten einen Tarif wählen, der einen möglichst hohen Zinsbonus bietet, wenn sie auf ihr Darlehen verzichten. Darüber hinaus sind in diesem Fall hohe Zinsen in der Ansparphase vorteilhaft.
  • Sparrate:
    Angehende Bausparer sollten sich im Klaren darüber sein, wie viel sie monatlich sparen können und wollen. Empfehlenswert ist es, keinen zu hohen Betrag zu wählen. Zudem sollten Bausparer auch unvorhergesehene Ereignisse mit einkalkulieren – etwa Arbeitslosigkeit oder Reparaturen am Auto.
  • Übriges Vermögen:
    Soll der Bausparvertrag tatsächlich für einen Hauskauf oder -bau eingesetzt werden, sollten Bausparer wissen, wie die Gesamtfinanzierung aussehen soll. Denn in der Regel sind Bausparverträge lediglich ein Teil der Immobilienfinanzierung.
     

Das sollten Bausparer beim Beratungsgespräch klären

Beim Gespräch mit einem Berater ist es wichtig, grundlegende Fragen zu den Empfehlungen der Bausparkasse zu klären. Bausparer sollten folgende Informationen verlangen:

  • Spar- und Tilgungsplan:
    Dem Angebot der Bausparkasse sollte ein Plan beiliegen, in dem steht, wie hoch die monatliche Rate ist, wann der Vertrag voraussichtlich zugeteilt wird und wie hoch das Guthaben und das Darlehen zu diesem Zeitpunkt sein werden. Zudem sollten Bausparer wissen, wie lang die Entschuldung dauern wird und wie hoch die zu zahlenden Monatsraten sein werden.
  • Details zum Zinssatz:
    Die Arbeiterkammer (AK) rät Bausparern, sich genau über den angebotenen Zinssatz zu informieren. Ein hoher Einstiegs-Zinssatz sei meist nur für ein Jahr fix, danach kann er sich verändern. Die AK empfiehlt Verbrauchern daher, von ihrem Berater mehrere Berechnungs-Varianten zu verlangen, die Zinsober- und Zinsuntergrenzen berücksichtigen.
  • Kontoführungsgebühren:
    Für Bausparverträge wird jährlich eine Kontoführungsgebühr fällig – unabhängig davon, ob der Vertrag im Jänner oder im Dezember geschlossen wurde. Wer einen Bausparvertrag erst im zweiten Halbjahr abschließt, sollte mit der Bausparkasse über die entsprechende Gebühr verhandeln.
  • Staatliche Bausparprämie:
    Die Bausparprämie beträgt für das Jahr 2015 1,5 Prozent von der geleisteten Spareinlage. Die 1,5 Prozent werden auf einen Höchstbetrag von 1.200 Euro angerechnet – maximal gibt es also magere 18 Euro pro Jahr. Dennoch sollten Bausparer darauf achten, dass der Betrag auch gutgeschrieben wird.
  • Notfallplan:
    Es können immer unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die die ursprünglichen Bausparpläne zunichtemachen. Wer einen Bausparvertrag abschließen will, sollte klären, wie viel Guthaben die jeweilige Bausparkasse bei einem vorzeitigen Abbruch auszahlen würde. Oft seien in diesem Fall die Kündigungskosten höher als der erzielte Zinsertrag, warnt die Arbeiterkammer.

Nach dem Beratungsgespräch empfiehlt es sich, gründlich zu prüfen, ob das Angebot der Bausparkasse den ursprünglichen Vorgaben zumindest ungefähr entspricht. Zudem sollten Bausparer Alternativangebote einholen. Einen Überblick können sich Bausparer zudem mit dem Vergleichsrechner der Arbeiterkammer verschaffen, der online kostenlos zur Verfügung steht.

20.02.2015


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