Franken-Fremdwährungskredit: Tipps zur Schadensbegrenzung

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Ein Schock für viele Immobilieneigentümer: Die Schweizer Nationalbank hat den Franken-Mindestkurs aufgehoben. Die Folge: Eine massive Aufwertung der Schweizer Währung mit einer drastischen Verteuerung des Fremdwährungskredits. Immowelt.at gibt Tipps, was Betroffene jetzt tun können.

Franken-Fremdwährungskredit. Foto: Rido/fotolia.com
Durch die Aufwertung der Schweizer Währung hat sich ein Franken-Fremdwährungskredit deutlich verteuert. Foto: Rido/fotolia.com Foto: Rido/fotolia.com

Die Schweizer Nationalbank hat den Franken-Mindestkurs aufgehoben. Die Folge: Eine massive Aufwertung der eidgenössischen Währung gegenüber dem Euro. Kostete ein Euro bis dahin rund 1,20 Schweizer Franken, so bekommt man jetzt für einen Euro nur noch rund 1,03 Franken. In diesem Ausmaß haben sich auch die Bedingungen für bestehende Fremdwährungskredite verschlechtert: Quasi über Nacht sehen sich Immobilieneigentümer, die ihr Haus mithilfe eines Kredits in Schweizer Franken finanziert haben, mit einer um umgerechnet fast 20 Prozent höheren Schuld konfrontiert.

Franken-Fremdwährungskredit meist mit Tilgungsträger

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Fremdwährungskredite werden in den meisten Fällen nicht laufend (annuitätisch) getilgt, sondern am Ende der Kreditlaufzeit über einen Tilgungsträger. Tilgungsträger sind strukturierte Finanzmarktprodukte, etwa Fonds oder Lebensversicherungen. Die ursprüngliche Überlegung war, dass diese Tilgungsträger eine höhere Rendite erwirtschaften sollen, als die Zinsen für das Darlehen betragen. Das ist gründlich schiefgelaufen. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase entwickeln sich viele Tilgungsträger schlechter, als ursprünglich prognostiziert, während der Kredit deutlich teurer wurde als zunächst angenommen.

Die jetzt entstandenen Verluste aus Fremdwährungskrediten stehen – solange der Kredit nicht fällig wird – zunächst nur auf dem Papier. Angesichts der Lage im Euro-Raum mit seiner jetzt expansiven Geldpolitik ist kurz- und mittelfristig aber nicht mit einer Verbesserung zu rechnen. Wie also auf die Lage reagieren?

Grundsätzlich stehen folgende Optionen zur Wahl:

1. Die harte Nummer: Ausstieg
Nach dem Prinzip, wonach ein Ende mit Schrecken besser ist, als ein Schrecken ohne Ende, bietet sich ein kompletter Ausstieg an: Die Währungsverluste werden realisiert, der Tilgungsträger aufgelöst, der Kredit soweit möglich getilgt. Die Restschuld wird in einen Euro-Kredit mit laufender Tilgung konvertiert. Das ist schmerzhaft, hat aber zwei Vorteile: erstens die derzeit sehr niedrigen Zinsen für Euro-Hypothekenkredite um die 2 bis 2,5 Prozent und zweitens die durch fehlende Währungsschwankungen und lange Zinsfestschreibungen hohe Sicherheit.

2. Hoffen und Aussitzen
Wer noch eine lange Kreditlaufzeit vor sich hat, kann auch  untätig bleiben und darauf hoffen, dass der Franken irgendwann wieder abwertet. Das ist kurz- und mittelfristig eher nicht zu erwarten, doch langfristig kann sich die Situation wieder ändern.

3. Tilgen
Wer in der Lage ist, jeden Monat etwas zusätzliches Geld zu investieren, kann damit beginnen, die im Allgemeinen tilgungsfreien Franken-Kredite doch zu tilgen. Unabhängig von der Währungsentwicklung reduziert sich so langfristig die Schuldenlast. Zugegeben: Das ist nur sinnvoll, wenn man einen langen Atem und die nötigen Mittel hat.

Natürlich ist es auch möglich, die drei Varianten miteinander zu kombinieren: Ein teil des ausstehenden Darlehens wird in einen Euro-Kredit umgewandelt, der Fremdwährungskredit entsprechend reduziert.

27.01.2015


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