Kleinere Wohnungen für Senioren: Stadt Wien startet Aktion 65Plus

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Die kommunale Hausverwaltung Wiener Wohnen unterstützt mit der Aktion 65Plus Senioren beim Umzug in eine kleinere Wohnung. Das Programm richtet sich an Stamm-Mieter von Gemeindewohnungen. Ihnen soll ein 35-prozentiger Abschlag auf den neuen Richtwertzins den Wechsel finanziell erleichtern. Auch gesamtgesellschaftlich ist das Phänomen Senioren-Singles in zu großen Wohnungen weit verbreitet.

Senioren, Foto: Robert Kneschke/fotolia.com
Große Wohnungen sind für Senioren oft eine Belastung. Das Wiener-Wohnen-Programm Aktion 65Plus soll jetzt einen Anreiz zum Umzug schaffen. Foto: Robert Kneschke/fotolia.com Foto: Robert Kneschke/fotolia.com

Am 1. Jänner 2015 startet das große Umziehen – das jedenfalls hofft Wiener Wohnen. Dann beginnt die Aktion 65Plus, ein Programm, das es betagten Bewohnern von Gemeindewohnungen leichter machen soll, von einer großen in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Mit der Aktion begegnet der Gemeindebau einem gesellschaftlichen Phänomen, das weit verbreitet ist. Denn eine Studie der Wiener Wohnbauforschung zeigt: Vor allem alleinstehende Senioren leben häufig in Wohnungen, die eigentlich zu groß für ihre Bedürfnisse sind. Laut der Studie wohnt ein Fünftel der 65- bis 79-jährigen Singles in einer Vier-Zimmer-Wohnung. Mit zunehmendem Alter wird die Unterhaltung einer zu großen Wohnung neben einer finanziellen auch zu einer körperlichen Belastung.

Senioren erhalten Anreiz zum Wechsel der Gemeindewohnung

„Als kommunale Einrichtung haben wir die Möglichkeit, Senioren in ihrer veränderten Situation abzuholen und ihnen den Wechsel in eine einfacher zu erhaltende Wohnung leichter zu machen“, erklärt Jörg Neumayer, Pressesprecher von Wiener Wohnen. „Wir bieten den älteren Herrschaften nur Kategorie-A-Wohnungen an, mit einem hohen Standard bei den Sanitäranlagen und möglichst in Erdgeschosslage oder mit Lift.“ Damit die neue Gemeindewohnung auch für Mieter, die momentan noch einen alten Kategoriemietzins bezahlen, erschwinglich ist, erhalten diese einen 35-prozentigen Abschlag auf den neuen Richtwertzins. „Momentan leben 80.000 Mieter in unseren Wohnungen, für die das Programm rein altersmäßig in Frage kommt. Wie viele sich tatsächlich für einen Umzug entscheiden, werden wir in den nächsten Monaten abschätzen können, wenn wir die ersten Beratungsgespräche geführt haben“, erklärt Neumayer.

Junge Familien profitieren

Als positiven Nebeneffekt seines Programms erhofft sich Wiener Wohnen, dass die großen freiwerdenden Wohnungen jungen Familien zu Gute kommen – eine Umschichtung, die möglicherweise auch auf dem freien Wohnungsmarkt von Wohnungssuchenden begrüßt würde. Wie die Studie der Wiener Wohnbauforschung zeigt, stellt ein Umzug im Alter jedoch für viele ein großes Hemmnis dar.

30.12.2014


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