Wohnungskauf: Wiener Markt bleibt gefragt

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Die Wohnungspreise in Wien steigen: Über die gesamte Stadt gesehen sind bei den mittleren Angebotspreisen rund 3 Prozent mehr zu zahlen als im Vorjahr, für einige Gegenden liegen die Steigerungen beim Wohnungskauf allerdings weit darüber und gehen bis zu 20 Prozent. Das zeigt der aktuelle Marktbericht von immowelt.at.

Wohnungskauf, Wien, Foto: Sergey Novikov/fotolia.com
Ein Wohnungskauf in Wien kann teuer werden. Die mittleren Angebotspreise sind im 1. Halbjahr 2014 bis zu 20 Prozent gestiegen. Foto Sergey Novikov/fotolia.com Foto: Sergey Novikov/fotolia.com

Die Nachfrage nach Wohnungseigentum in Wien bewegt sich aus den inneren Bezirken hinaus. Wie in anderen Metropolen auch, zeigt sich in der Österreichischen Hauptstadt eine Verschiebung der Nachfrage von den bereits überteuerten Bezirken hin zu günstigeren Gegenden, womit in diesen die Angebotspreise ebenfalls zu steigen beginnen. Während die Preissteigerung über die gesamte Stadt gesehen 3 Prozent betrugen, haben die mittleren Preise  in einigen Bezirken im 1. Halbjahr 2014 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zwischen 4 und 20 Prozent zugelegt. Wobei sich zeigt, dass neue Stadtentwicklungsprojekte – vor allem entlang der U-Bahn – einen massiven Einfluss auf diese auffallenden Preisveränderungen haben.

20 Prozent im 21. Bezirk

Am stärksten stiegen die Angebotspreise im 21. Bezirk mit rund 20 Prozent und liegen mittlerweile bei 3.458 Euro pro Quadratmeter. Das hat einerseits mit den neuen Projekten entlang der U1 zu tun, wie etwa dem neuen Stadtteil Citygate, dessen Vermarktung schon preislich spürbar ist. Andererseits ist Floridsdorf aktuell Zielgebiet der Wiener Stadtentwicklung. Dies wirkt sich eben nicht nur auf die sanierten Häuser aus, sondern auf das gesamte Umfeld – zudem werden zahlreiche neue Projekte in den aufgewerteten Gegenden errichtet.

Eine ähnliche Preissteigerung gibt es auch im benachbarten Bezirk Donaustadt. Die mittleren Wohnungspreise sanken dort zwar zwischen 2013 und 2014 um 7 Prozent auf 3.819 Euro, im Vorjahr hatten sie aber bereits um 22 Prozent zugelegt. Hier ist es die U2, die für das Plus sorgt. Mit der Seestadt Aspern, in die vor kurzem die ersten Bewohner eingezogen sind, befindet sich im 22. Bezirk eine der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte; aber auch kleiner Stadtentwicklungen wie das „Forum Donaustadt“ und auch sehr teure Objekte in den begehrten Lagen an der Alten Donau sind für steigende Angebotspreise verantwortlich. Beide Bezirke stehen für das enorme Potential von „Transdanubien“ und so ist in den kommenden Jahren noch mit weiteren Steigerungen zu rechnen.

Wohnungskauf: Der hippe Zweite holt preislich auf

Ebenfalls eine starke Preissteigerung bei Eigentumswohnungen gibt es in der Leopoldstadt mit einem Plus von 17 Prozent. Der Quadratmeter kostet im Mittel 4.108 Euro und damit zum ersten Mal über 4.000 Euro. Auch im 2. Wiener Gemeindebezirk, der früher als schlechte Wohnadresse galt, sind mehrere Faktoren für diesen gewaltigen Sprung ausschlaggebend. Im Stadtentwicklungsgebiet des ehemaligen Nordbahnhofes, aber auch rund um die neue Wirtschaftsuni entstehen Wohnbauten und natürlich, nicht zu vergessen, die Sanierungen, Renovierungen und Neubauten von Häusern im Herzen des 2. Bezirks, wie zum Beispiel rund um den Karmelitermarkt.

Auch in der Leopoldstadt ist in den kommenden Jahren noch mit einer Steigerung zu rechnen, wenn auch nicht in diesem Ausmaß. Das Projekt Neu Leopoldau auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks und das Viertel ZWEI Plus könnten hier in den kommende Jahren aber weiter für ein hohes Niveau sorgen.

Die unschlagbare Innere Stadt ...

Trotz seiner enorm hohen Quadratmeterpreise haben sich auch im 1. Bezirk diese noch einmal um 17 Prozent verteuert. Im Durchschnitt betragen sie 13.049 Euro pro Quadratmeter. Die trotz ihrer Höhe noch einmal gestiegenen Preise sind auf zahlreiche Dachgeschossausbauten zurückzuführen. Da es sich bei diesen oftmals um Luxusimmobilien handelt, springen natürlich die Preise durch Neubauten besonders in die Höhe – trotzdem mangelt es weiterhin nicht an Kaufinteressenten mit großem Budget.

... und die angrenzenden Bezirke

Während die Innenstadt noch genug Nachfrage verzeichnet, sieht rundherum die Lage etwas anders aus. Hier sind die Preise an einer Grenze angekommen, die für Interessierte nicht mehr finanzierbar und somit leistbar ist. Die Quadratmeterpreise in Alsergrund, Neubau oder der Josefstadt stagnieren oder sind sogar zurückgegangen, liegen aber weiterhin auf hohem Niveau – zwischen 4.100 und 5.100 Euro.Das veranlasst potentielle Käufer in die angrenzenden Bezirke auszuweichen. Daher ziehen in diesen die Preise an.

So haben sich in Ottakring die Quadratmeterpreise um 9 Prozent erhöht und liegen bei 3.677 Euro, Brigittenau (3.242 Euro) und Rudolfsheim-Fünfhaus (3.068 Euro) verzeichnen ebenfalls Preissteigerungen um 7 Prozent. In Rudolfsheim-Fünfhaus spürt man die „Anziehungskraft“ des Westbahnhofes und des Bezirks Neubau. Mit der Stilllegung einiger Gleise der Westbahn entlang der Felberstraße werden hier sehr außergewöhnliche Wohnprojekte in den kommenden Jahren entstehen.

Ebenfalls von einem Bahnhof – in dem Fall dem neuen Hauptbahnhof – profitiert Favoriten. Die Preise haben sich hier im Mittel um 12 Prozent erhöht, wobei natürlich der Großteil der Preissteigerungen auf die neuen Wohnanlagen rund um den Hauptbahnhof zurückgeht.

23.10.2014


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