Pünktlich zum Herbst: Graz verbietet Laubbläser

Lesermeinungen:  

(2)

In Graz ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober verboten. Dies regelt eine Verordnung des Landeshauptmannes der Steiermark. Demnach dürfen die Geräte im gesamten Stadtgebiet von Graz und Leibnitz sowie im Gemeindegebiet von Kaindorf an der Sulm nicht mehr eingesetzt werden. Wer trotzdem einen Laubbläser benutzt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von bis zu 2.180 Euro.

Laubbläser, Foto: Jürgen Fälchle/fotolia.com
Laubbläser sind nicht nur praktisch, sie wirbeln auch Feinstaub auf. In Graz sind die Geräte daher seit Oktober 2014 nicht mehr erlaubt. Foto: Jürgen Fälchle/fotolia.com Foto: Jürgen Fälchle/fotolia.com

Laubbläser sind laut und deshalb für viele Menschen ein Ärgernis. Die Geräte kommen leicht auf über 90 Dezibel und erreichen damit den Lärmpegel eines Presslufthammers. Laut einer Studie der Technischen Universität Graz aus dem Jahr 2013 wirbelt ein Laubbläser zudem sechs- bis zehnmal so viel Feinstaub auf wie ein Rechen oder Besen. In Graz hat das nun Konsequenzen: Seit 1. Oktober 2014 sind Laubbläser dort verboten.

Die Bevölkerung der Stadt ist der stärksten Feinstaubbelastung in ganz Österreich ausgesetzt, wie eine Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich ergab. Im Jahr 2013 wurde an einer Messstelle der zulässige Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an 48 Tagen überschritten. Das Laubbläserverbot soll nun dazu beitragen, dass die Belastung zurückgeht. Die Verordnung gilt neben dem gesamten Stadtgebiet von Graz auch für Leibnitz sowie Kaindorf an der Sulm, ebenfalls Gemeinden mit hoher Feinstaubbelastung.

Wer Laubbläser oder Laubsauger benutzt, riskiert Bußgeld

Ob das Verbot eingehalten wird, soll künftig die Polizei kontrollieren. Wer von einem Ordnungshüter dabei erwischt wird, wie er trotz Verbot einen Laubbläser oder Laubsauger benutzt, wird von der Bezirksverwaltungsbehörde zur Kasse gebeten: Bis zu 2.180 Euro werden in diesem Fall fällig.

Bei der städtischen Holding Graz, die unter anderem für die Straßenreinigung zuständig ist, sieht man die neue Verordnung mit gemischten Gefühlen. „Wir akzeptieren das Gesetz, aber unsere Begeisterung hält sich in Grenzen“, sagt Konzernsprecher Gerald Pichler. „Wir hatten 30 Laubbläser im Einsatz, die wir nun nicht mehr verwenden können.“ Spezielle Kehrpläne sollen nun helfen, dass das Laub auch mit herkömmlichen Rechen von den Straßen entfernt wird.

Ob das Grazer Beispiel in weiteren österreichischen Städten und Gemeinden Schule machen wird, bleibt derzeit noch abzuwarten. In Salzburg forderte der Gemeinderat Bernhard Carl (Bürgerliste) bereits, die Stadt solle freiwillig auf die Geräte verzichten. Wer außerhalb von Graz, Leibnitz und Klaindorf an der Sulm einen Laubbläser verwenden will, muss sich lediglich an die örtlichen Ruhezeiten halten.

08.10.2014


Ihre Meinung zählt

(2)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
2
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Recht & SteuernUmwelt

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben