Arbeiterkammer fordert Bestellerprinzip bei Maklerprovision

Lesermeinungen:  

(3)

Geht es nach dem Willen der Arbeiterkammer (AK), soll bei der Wohnungsvermittlung künftig derjenige den Makler bezahlen, der ihn beauftragt. Vorbild könne ein deutscher Gesetzentwurf zur Einführung des Bestellerprinzips sein. Der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) widerspricht: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich seien nicht vergleichbar.

Maklerprovision, Foto: Robert Kneschke/fotolia.com
Für Mieter kann die Maklerprovision eine finanzielle Belastung sein. Nach dem Willen der Arbeiterkammer soll sich das künftig ändern. Foto: Robert Kneschke/fotolia.com Foto: Robert Kneschke/fotolia.com

In Deutschland haben sich der Justizminister und die Spitzen der Regierungskoalition gerade erst auf ein Gesetz zur Einführung des sogenannten Bestellerprinzips bei der Vermittlung von Mietverträgen durch Makler geeinigt. In der Praxis bedeutet das, dass ein Mieter nur dann die Maklerprovision zahlen muss, wenn er auch selbst einen Makler beauftragt. Diese Lösung könne auch ein Vorbild für Österreich sein, heißt es in einer Presseaussendung der Arbeiterkammer. „Makler handeln üblicherweise im Auftrag der Vermieter und sollen daher auch von denen bezahlt werden“, sagt AK-Präsident Rudi Kaske in der Aussendung. Justizminister Brandstetter solle dringend Vorschläge zu einer Mietrechtsreform ausarbeiten.

Maklerprovision: ÖVI widerspricht AK-Forderungen

Gegen die AK-Forderung wehrt sich nun der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland seien mit denen in Österreich überhaupt nicht vergleichbar. Die meisten deutschen Mietverträge unterlägen keiner Beschränkung und orientierten sich an einem marktkonformen Mietzins. In Österreich werde der Mietzins aber durch das Mietrechtsgesetz (MRG) stark begrenzt, die Richtwerte würden niedrig gehalten. Unter solchen Bedingungen sei es fragwürdig, die Kosten für die Wohnungsvermittlung auch noch auf den Vermieter abzuwälzen.

Derzeit sind Makler in der Regel als Doppelmakler tätig, sie erhalten ihre Provision also sowohl vom Mieter als auch vom Vermieter. Allerdings kommt es insbesondere in Märkten mit großer Nachfrage nach Wohnungen auch vor, dass Makler nur vom Mieter bezahlt werden. Wie hoch die Maklerprovision in diesem Fall sein darf, erfahren Mieter hier.

29.09.2014


Ihre Meinung zählt

(3)
4 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
1
3 Sterne
 
1
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für Makler

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

1 Kommentar

laVendelin am 09.06.2017 19:20

Ich verstehe nicht, warum da diskutiert wird. Der Mieter beauftragt ja niemanden - wie viele Stunden ich auf Willhaben und Co verbracht habe, um meine Wohnung zu finden. Da war es eher schwer ein Angebot zu finden, welches maklerfrei... mehr

auf Kommentar antworten