Studie zum Wohnungsbau: Boom bei Neubauten, aber wenige geförderte Eigenheime

Lesermeinungen:  

(0)

In Österreich wird kräftig gebaut. Im Jahr 2013 wurden über 60.000 Bewilligungen für neue Wohnungen und Sanierungen erteilt, der höchste Wert beim Wohnungsbau seit fast 20 Jahren. Gleichzeitig sank jedoch die Zahl der Eigenheimförderungen gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf nur noch 6.200 Bewilligungen. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) hervor.

Wohnungsbau, Foto: Jakob Kamender/fotolia.com
Der Wohnungsbau in Österreich boomt – mit Ausnahme der geförderten Eigenheime. Foto: Jakob Kamender/fotolia.com Foto: Jakob Kamender/fotolia.com

Die österreichische Wohnungsbaubranche boomt. Im Jahr 2013 wurden 46.000 Wohnungen in neuen Wohngebäuden bewilligt, zusammen mit Sanierungen und Wohnungen in gemischt genutzten Gebäuden sind es sogar 60.000 Bewilligungen. „Das ist die höchste Neubauleistung seit fast 20 Jahren“, stellt der Wohnbauforscher Wolfgang Amann vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen in der Studie fest, aus der die Zahlen hervorgehen. In Auftrag gegeben wurde diese vom Fachverband der Stein- und keramischen Industrie und der Arge Eigenheim.

Ähnlich wie die gesamte Wohnungsbaubranche entwickelt sich auch die Zahl geförderten Wohnungen. Im Jahr 2013 wurden in diesem Teilsegment 30.300 Wohnungen genehmigt, 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings zeigen sich in diesem Bereich große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Wien und Niederösterreich  haben im vergangenen Jahr besonders viele Bewilligungen erteilt.

Wohnungsbau: Zahl der geförderten Eigenheime auf historischem Tiefpunkt

Im Gegensatz zur Gesamtentwicklung auf dem Wohnungsbaumarkt steht die Eigenheimförderung. Im Jahr 2013 wurden nur noch 6.200 Zusicherungen erteilt – Amann nennt dies einen „historischen Tiefpunkt“. Bis Mitte der 2000er-Jahre seien doppelt so viele Genehmigungen erteilt worden. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Genehmigungen um 20 Prozent zurückgegangen.

Laut Studie sei diese Entwicklung unter anderem auf verschärfte Förderungsbedingungen zurückzuführen. Hinsichtlich thermischer Standards, Heizungssysteme und Grundflächenverbrauch müssen für die Genehmigung einer Förderung inzwischen hohe Anforderungen erfüllt werden. Die Finanzierungskonditionen auf dem Kapitalmarkt seien gleichzeitig äußerst günstig. Laut Amann sei dies bedenklich, weil so Lenkungseffekte der Wohnbauförderung zu Energie- und Flächeneffizienz verloren gingen. Das heißt: Viele Häuslbauer entscheiden sich freiwillig gegen eine Wohnbauförderung und finanzieren ihr Bauvorhaben lieber privat, weil die gesetzlichen Mindestanforderungen an ein Bauvorhaben deutlich einfacher zu erfüllen sind als die Anforderungen der Programme zur Eigenheimförderung.

Allerdings, so die Studie, würden sich die thermischen Mindestanforderungen im Baurecht aufgrund von EU-Vorgaben bis zum Jahr 2020 ohnehin an jene der Wohnbauförderung annähern. Es sei also absehbar, dass in Zukunft wieder mehr Eigenheime im Rahmen der Förderung errichtet werden.

18.09.2014


Ihre Meinung zählt

(0)
0 von 5 Sternen
5 Sterne
 
0
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für Käufer

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben