Nationalrat beschließt Neuerungen bei Grunderwerbsteuer

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Ab 1. Juni 2014 wird es bei der Grunderwerbsteuer einige Änderungen geben. Vor allem der Verkauf von Grundstücken innerhalb der Familie wird günstiger. Dies beschloss der Nationalrat.

Grunderwerbsteuer, Immobilien, Foto: heiko119/fotolia.com
Innerhalb der Familie gilt bei der Berechnung der Grunderwerbsteuer bei Verkauf und Schenkung ab 1. Juni eine günstigere Berechnungsgrundlage. Foto: heiko119/fotolia.com Foto: heiko119/fotolia.com

Der von der Bundesregierung aus ÖVP und SPÖ vorgelegte Gesetzentwurf zur Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes wurde im Nationalrat angenommen. Demnach wird bei der Bemessung der Steuer künftig nicht mehr berücksichtigt, ob ein Grundstück verkauft oder verschenkt wird. Einziges Entscheidungskriterium soll stattdessen die Familienzugehörigkeit sein.

Vergünstigte Grunderwerbsteuer innerhalb der Familie

Ab 1. Juni 2014 soll die Grunderwerbsteuer bei der Weitergabe von Grundstücken im engen Familienkreis immer auf Basis des dreifachen Einheitswerts berechnet werden – unabhängig davon, ob das Grundstück verkauft, vererbt oder verschenkt wird. Diese Regelung galt bisher lediglich für Schenkungen.

Der Einheitswert wird vom Finanzamt nach einem bestimmten Berechnungsverfahren ermittelt. Er wird mit drei multipliziert und dient dann als Grundlage für die Berechnung der Grunderwerbsteuer im Familienkreis. In der Regel ist der dreifache Einheitswert deutlich niedriger als der tatsächliche Wert, den eine Immobilie auf dem freien Markt erzielen würde. Der vergünstigte Steuersatz von zwei Prozent bleibt indes bestehen. Als enger Familienkreis gelten in diesem Zusammenhang künftig:

  • Ehegatten
  • Eingetragene Partner
  • Eltern
  • Kinder
  • Enkelkinder
  • Schwiegerkinder
  • Lebensgefährten

Die größte Neuerung an der Gesetzesnovelle: Mitglieder einer Familie profitieren auch dann von der vergünstigten Berechnungsgrundlage auf Basis des dreifachen Einheitswerts, wenn eine Immobilie verkauft und nicht verschenkt wird. Neu ist darüber hinaus, dass auch Lebensgefährten von den Vergünstigungen profitieren, sofern ein gemeinsamer Haushalt besteht. Für Verkäufe und Schenkungen außerhalb des Familienkreises wird für die Bemessung der Grunderwerbsteuer ab 1. Juni grundsätzlich der Verkehrswert herangezogen. Der unvergünstigte Steuersatz beträgt weiterhin 3,5 Prozent.

Damit das Gesetz wie geplant in Kraft treten kann, ist noch die Zustimmung des Bundesrates erforderlich.

21.05.2014


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