Löcher bohren, Parkett verlegen, Wände streichen – Welche Veränderungen in der Mietwohnung erlaubt sind

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Nach zehn Jahren bröckelt die Farbe so langsam von der Wand, das Laminat passt farblich überhaupt nicht zu den Möbeln und die Wanne im Bad hat ihre besten Zeiten hinter sich. Vielen Mietern dürfte das bekannt vorkommen. Doch welche Veränderungen in der Mietwohnung dürfen sie selbst durchführen und wofür ist die Zustimmung des Vermieters notwendig?

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Beim Ausmalen ist die Erlaubnis des Vermieters nicht erforderlich. Allerdings müssen kunterbunte Wände vor dem Auszug wieder in dezenten Tönen gestrichen werden. Foto: severija/fotolia.com Foto: severija/fotolia.com

Bei unwesentlichen Veränderungen, wie dem Einschlagen von Nägeln zum Bilder aufhängen oder dem Bohren von Löchern um Möbel zu befestigen, muss keine Erlaubnis vom Vermieter eingeholt werden. Optisch können Mieter ihre Wohnung einrichten, wie es ihnen gefällt. Auch das Ausmalen der Wände in herkömmlichen dezenten Farben ist kein Problem. Soll die Wand allerdings im knalligen pink oder düsterem schwarz ausgemalt werden, muss sie vor dem Auszug mit klassischer Farbe übermalt werden. Gleiches gilt für bunte Malereien. Wandtattoos müssen komplett entfernt werden.

Bei wesentlichen Veränderungen der Mietwohnung Zustimmung einholen

Anders sieht es bei wesentlichen Änderungen aus. Wer zum Beispiel den alten Teppichboden durch modernes Laminat ersetzen, eine Sicherheitstür einbauen oder die Wand zum Esszimmer einreißen möchte, braucht die Zustimmung des Vermieters. Am besten in schriftlicher Form. Der Vermieter kann seine Erlaubnis aber davon abhängig machen, dass bei Beendigung des Mietverhältnisses der ursprüngliche Zustand der Wohnung wieder hergestellt wird. Wenn der Vermieter die Veränderung innerhalb von zwei Monaten nicht ablehnt, gilt das allerdings als Zustimmung.

Nicht jede Veränderung darf abgelehnt werden

Häufig herrscht der Irrglaube, der Vermieter könne jede bauliche Veränderung der Wohnung durch den Mieter ablehnen. Bei manchen Umbaumaßnahem darf der Vermieter seine Zustimmung allerdings nicht verweigern, vorausgesetzt die Wohnung fällt unter das Mietrechtsgesetz. Er muss einwilligen, sofern die Wohnung durch die Veränderung auf den aktuellen Stand der Technik gebracht wird oder die Änderung verkehrsüblich ist und einem wichtigen Interesse des Mieters dient. Darunter fallen zum Beispiel die Erneuerung der Heizung oder die Sanierung von Bad oder WC. Eine einwandfreie Ausführung muss allerdings gewährleistet sein und der Mieter muss für die Kosten der von ihm gewünschten Umbauarbeiten aufkommen. Außerdem darf das Haus durch die Arbeiten nicht beschädigt und die Interessen von Vermieter und Hausbewohnern nicht beeinträchtigt werden.

Bleibt unter den genannten Voraussetzungen die Zustimmung durch den Vermieter aus, können die Arbeiten unter Umständen auch anders durchgesetzt werden. Nämlich mit einem entsprechenden Antrag bei der Schlichtungsstelle oder dem zuständigen Bezirksgericht.

Sind die Veränderungen fest mit der Wohnung verbunden, gehen sie nach dem Auszug in den Besitz des Vermieters über. Unter bestimmten Umständen haben Mieter dann Anspruch auf einen Investitionsersatz vom Vermieter. Dieser muss innerhalb von 14 Tagen nach Kündigung des Mietverhältnisses schriftlich geltend gemacht werden. Die Regelungen sind recht kompliziert und sollten im Zweifelsfalle mit einem Rechtsbeistand besprochen werden.

Rechtliche Konsequenzen bei Missachtung

Baut ein Mieter ohne Erlaubnis die Wohnung um, kann der Vermieter eine Besitzstörungsklage einreichen und Beseitigung der Veränderungen bewirken. Sollten die Umbaumaßnahmen negativen Einfluss auf die Statik des Hauses haben, kann es sogar bis zur Kündigung des Mietverhältnisses kommen.

14.05.2014


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