My Home is my Office – was es bei Telearbeit und Co. zu beachten gilt

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Aufstehen und schnell die Emails checken. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, geht es an den Schreibtisch, noch vor dem Mittagessen findet das erste Telefonmeeting mit den Kollegen im Büro statt. Wenn die Kinder aus der Schule kommen steht schon das Essen auf den Tisch. Nachmittags dann mit dem Laptop auf dem Schoß die Sonne genießen. Und wenn die Kinder abends im Bett sind, steht noch eine Spätschicht an. Homeoffice ist ein wichtiger Trend der modernen Arbeitswelt, passt aber sicherlich nicht in alle Lebensmodelle. Doch wer darüber nachdenkt, sollte einige Dinge beachten: arbeitsrechtlich und steuertechnisch.

Ein Arbeitsplatz ist durch die Farbgebung vom Wohnzimmer abgegrenzt. Homeoffice, Telearbeit, Foto: fischer-cg.de/fotolia.com
Um das Arbeitszimmer steuerlich geltend machen zu können, muss es klar von der restlichen Wohnung getrennt sein. Unterschiedliche Farbgebung dürfte nicht ausreichend sein. Für die normale Telearbeit ist dieser Platz aber bestens geeignet. Foto: fischer-cg.de/fotolia.com Um das Arbeitszimmer steuerlich geltend mache

Von Zuhause aus zu arbeiten kommt zum einen für Freiberufler in Frage, die sich kein eigenes Büro leisten können oder wollen. Aber auch Festangestellte haben manchmal die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, etwa wenn das Kind krank ist. Andere Modelle sehen bestimmte Wochentage für das Homeoffice vor oder aber der Angestellte bleibt gleich komplett zuhause.

Das Arbeitsrecht

Zu unterscheiden sind Heimarbeit und Telearbeit. Erstere betrifft jene, die „mit der Herstellung, Bearbeitung, Verarbeitung oder Verpackung von Waren“ beschäftigt sind. Und zwar zu Hause. So steht es im heute noch gültigen Heimarbeitsgesetz von 1960.

Telearbeit ist, wenn Mitarbeiter außerhalb der eigentlichen Büroräume Arbeit verrichten. Darunter fällt auch freie Mitarbeit. Weil in Österreich ein gesetzlicher Rahmen fehlt, sind je nach Umfang der Arbeit spezielle Verträge (vor allem bei freier Mitarbeit oder Auftragsarbeit) wichtig oder aber Einzelvereinbarungen zwischen Mitarbeiter und Arbeitnehmer.

Was bei Telearbeit geregelt werden sollte

In solchen Einzelvereinbarungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten beide Parteien einige Dinge grundsätzlich klären und festlegen, um Streitigkeiten vorzubeugen.

  • Umfang der Arbeit, also: wann und in welchem Umfang der Mitarbeiter zu Hause arbeitet und wann im Büro. Wie zeichnet der Arbeitnehmer seine Arbeit auf? Vielleicht werden Kernarbeitszeiten benötigt, in denen der Mitarbeiter auf jeden Fall erreichbar ist.
  • Arbeitsmittel: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Mitarbeiter mit den notwendigen Arbeitsgeräten auszustatten – auch im Homeoffice. Braucht der Mitarbeiter also einen Computer, ein Telefon oder andere technische Ausstattung, muss der Arbeitgeber dafür sorgen. Dürfen gestellte Arbeitsmittel aber auch privat genutzt werden? In welchem Umfang? Und wer haftet bei Schäden?  
  • Datenschutz: Sensible Daten haben auf privaten Rechnern nichts zu suchen. Um hier ausreichenden Schutz gewährleisten zu können, braucht der Mitarbeiter einen Dienstrechner.
  • Ende der Telearbeit: Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber müssen sich aufeinander und auf Abmachungen verlassen können. Deswegen muss geregelt werden, wie beide Seiten die Telearbeit wieder beenden können.

Das Homeoffice von der Steuer absetzen

Steuerliche Vorteile gibt es nur für jene, deren Arbeitsmittelpunkt im heimischen Büro liegt. Das sind üblicherweise Freiberufler wie Schriftsteller, Gutachter, Maler oder Komponisten. Aber auch wenn jemand als Telearbeiter die Buchhaltung eines Unternehmens von daheim aus verrichtet, kann er das Arbeitszimmer steuerlich geltend machen – natürlich nur, wenn er die entsprechenden Ausgaben selbst getätigt hat und die technische Ausstattung nicht vom Arbeitgeber gestellt bekommt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann der Freiberufler oder Telearbeiter typische Arbeitsmittel wie Computer, Schreibtisch, Drucker oder Telefon absetzen. Auch Mietzins, Betriebskosten und Finanzierungskosten können steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings nur anteilsmäßig. Bei 15 Quadratmeter Arbeitsplatz in einer 150 Quadratmeter Wohnung beispielsweise zehn Prozent der Kosten.

13.05.2014


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