Steigende Mietpreise: Erhöhung der Richtwerte und Kategoriebeträge im April

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In Wohnungen, die unter das Mietrechtsgesetz fallen, erhöhen sich die Mietpreise in gewissen Abständen. Das geschieht unter anderem, indem die Richtwerte zur Berechnung des Mietzinses automatisch und regelmäßig angepasst werden – das nächste Mal am 1. April. Zum gleichen Zeitpunkt steigen auch die Kategoriemieten.

Wohnung, Mietpreise, Foto: Kara/fotolia.com
In Wohnungen, die unter das Mietrechtsgesetz fallen, dürfen Vermieter ab 1. April 2014 die Mietpreise erhöhen. Foto: Kara/fotolia.com Foto: Kara/fotolia.com

Die meisten Altbauten, für die vor dem 9. Mai 1945 eine Baubewilligung erteilt worden ist, sowie Wohnungen in Gebäuden, die mit öffentlichen Förderungsmitteln errichtet wurden, fallen unter das Mietrechtsgesetz. Das bedeutet unter anderem, dass die Mietpreise nicht willkürlich erhöht werden können. Bei Mietverträgen, die ab dem 1. März 1994 geschlossen wurden, muss sich der Mietzins pro Quadratmeter an bestimmten Richtwerten orientieren. Diese werden nach dem Richtwertgesetz alle zwei Jahre an den Verbraucherpreisindex der einzelnen Bundesländer angepasst.

Bei den meisten Mietverträgen, die zuvor abgeschlossen wurden, gilt der Kategoriemietzins. In diesem Fall wird die Miete nicht je nach Bundesland bestimmt, sondern nach der Ausstattungskategorie der Wohnung erhöht. Eine Frist für die Erhöhung von zwei Jahren gibt es dabei nicht. Stattdessen werden Kategoriemieten immer dann erhöht, wenn der Verbraucherpreisindex seit der letzten Erhöhung um fünf Prozent gestiegen ist.

Erhöhung der Richtwertmieten

Ab dem 1. April 2014 gelten folgende neue Richtwerte:

BundeslandAlte Richtwerte
bis 31. März 2014
pro Quadratmeter
Neue Richtwerte
ab 1. April 2014
pro Quadratmeter
Burgenland4,70 Euro4,92 Euro
Kärnten6,03 Euro6,31 Euro
Niederösterreich5,29 Euro5,53 Euro
Oberösterreich5,58 Euro5,84 Euro
Salzburg7,12 Euro7,45 Euro
Steiermark7,11 Euro7,44 Euro
Tirol6,29 Euro6,58 Euro
Vorarlberg7,92 Euro8,28 Euro
Wien5,16 Euro5,39 Euro

 

Erhöhung der Mietpreise auch bei Kategoriemietzins

Zusammen mit den Richtwerten werden ab April auch die Kategoriebeträge erhöht. Für den Mietpreis ausschlaggebend ist dabei die Ausstattungskategorie:

KategorieAlter Betrag
bis 31. März 2014
Neuer Betrag
ab 1. April 2014
A3,25 Euro3,43 Euro
B2,44 Euro2,57 Euro
C und D brauchbar1,62 Euro1,71 Euro
D unbrauchbar0,81 Euro0,86 Euro


Eine Wohnung der Kategorie A verfügt beispielsweise über eine Nutzfläche von mindestens 30 Quadratmeter, besteht aus Wohnzimmer, Küche oder Kochnische, Vorraum, Klosett und Badegelegenheit und über eine Heizung und Warmwasseraufbereitung. In die Kategorie D fällt eine Wohnung dann, wenn sie über kein Klosett oder keinen Zugang zu fließendem Wasser im Inneren verfügt oder wenn eine der beiden Einrichtungen zwar vorhanden, aber nicht brauchbar ist. Welche Kategorie zutreffend ist, ist allerdings von weiteren Faktoren abhängig, so darf beispielsweise ein bestimmtes Merkmal einer Kategorie fehlen, wenn es durch ein Merkmal einer höheren Kategorie aufgewogen wird. Im Einzelfall ist bei Zweifeln an der veranschlagten Kategorie der Ratschlag eines Rechtsanwalts zu empfehlen, der auf Mietrecht spezialisiert ist.

Zeitpunkt der Mieterhöhung

Während die ab April 2014 gültigen Richtwerte bei neuen Mietverträgen bereits ab 1. April zur Berechnung des Mietzinses herangezogen werden können, gilt bei bestehenden Verträgen eine andere Regelung. Laut Mietrechtsgesetz ist eine Erhöhung der Miete erst ab der Veränderung der Richtwerte oder Kategoriebeträge möglich und gilt erst für den nächsten fälligen Monatsmietzins. Zudem muss der Vermieter die Miete immer spätestens 14 Tage vor der Fälligkeit der neuen Monatsmiete schriftlich erhöhen. Das bedeutet: Bei bestehenden Verträgen können Vermieter die Miete erst zum 1. Mai erhöhen. Auch gilt: Eine Mieterhöhung auf Basis von Richtwerten oder Kategoriebeträgen ist nur möglich, falls im Mietvertrag eine Wertsicherung vereinbart wurde, was allerdings bei den meisten Mietverträgen der Fall ist.

Auf- und Abschläge

Im Einzelfall bestimmen weder Richtwerte noch Kategoriebeträge ausschließlich den Mietzins. Hinzu kommen immer Betriebskosten, außerdem verschiedene Auf- und Abschläge. So sind je nach Lage und gewissen Merkmalen, etwa ob ein Lift vorhanden ist oder in welchem Stockwerk eine Wohnung liegt, Aufschläge zulässig, für befristete Mietverträge ist dagegen ein Abschlag von 25 Prozent vorgeschrieben. Bei Zweifeln an der zulässigen Höhe des Mietzinses ist auch hier die Beratung durch einen Anwalt zu empfehlen.

20.03.2014


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