Was bringt die Kautionsgarantie?

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Ein Umzug kann teuer werden: Neue Möbel, Maklergebühren, eventuell die Kosten für ein Umzugsunternehmen und dann auch noch die Kaution. Nicht jeder hat so viel Geld auf einen Schlag zur Verfügung. Abhilfe schaffen soll die Kautionsgarantie. Ob sie sich für Wohnungssuchende wirklich lohnt, ist jedoch umstritten.

Kautionsgarantie, Mietvertrag, Foto: Tiberius Gracchus/fotolia.com
Der Einzug in eine neue Wohnung kann teuer werden. Die Kautionsgarantie soll Mietern helfen, zumindest die Kaution nicht hinterlegen zu müssen. Foto: Tiberius Gracchus/fotolia.com Foto: Tiberius Gracchus/fotolia.com

Bis zu sechs Monatsmieten darf der Vermieter vom Mieter als Sicherheit dafür verlangen, dass er beim Auszug die Wohnung im vereinbarten Zustand hinterlässt. Zwar haben sich im Regelfall drei Monatsmieten eingebürgert, für viele Mieter ist das dennoch eine Menge Geld. Schon seit einigen Jahren wird in Österreich daher das Modell der Kautionsgarantie angeboten. Das Prinzip: Der Vermieter erhält keine übliche Kautionssumme in Form eines Sparbuchs oder Bargeld. Stattdessen schließt der Mieter eine Vereinbarung mit einem Unternehmen, das für seine Liquidität geradesteht.

Kosten einer Kautionsgarantie

Natürlich erhält der Mieter diese Leistung nicht umsonst. Je nach Höhe der Kaution zahlt er einen monatlichen Beitrag an das Unternehmen „Die Mietkaution GmbH“. Bei einer Kaution von 2.200 Euro liegt dieser Beitrag etwa bei 13,58 Euro – im Jahr kommt so eine Prämie von 163 Euro zusammen. Wird beim Auszug nun ein Schaden entdeckt, bekommt der Vermieter diesem von einem Versicherungspartner, der VAV Versicherung, ersetzt. Allerdings muss der Mieter  die Kautionssumme danach trotzdem noch an das Unternehmen zahlen. Unterm Strich trägt er also sowohl die Kosten für die Prämienzahlungen als auch – im Schadensfall – für die Kautionssumme.

Kurzfristige Kostenersparnis

Der große Vorteil einer Kautionsgarantie liegt zweifellos darin, dass der Mieter sich beim Einzug die Kosten der Kaution spart. Das kann für alle reizvoll sein, die ohnehin nur einen befristeten Vertrag abschließen, denn bei einer geringen Laufzeit des Mietvertrags bleiben die Kosten für die Prämien überschaubar. Wer allerdings länger in einer Wohnung leben möchte, kommt nach ein paar Jahren auf satte Summen. Bei einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren ergibt sich beim oben genannten Beispiel eine Prämienhöhe von 815 Euro, die der Mieter auf jeden Fall zahlen muss.

Georg Niedermühlbichler, Präsident der Mietervereinigung Österreichs, hält daher wenig von der Kautionsgarantie: „Der Mieter zahlt ein, aber wenn die Versicherung schlagend wird, holt sich der Versicherer erst recht den gesamten Betrag vom Mieter zurück.“ Niedermühlbichler rät Mietern daher eher, sich selbst bei einer Hausbank um eine Garantie zu bemühen oder dem Vermieter ein Sparbuch mit der Kautionssumme zu übergeben. „Auf diese Weise ist der Mieter gut abgesichert und behält auch bei Ende des Mietverhältnisses seinen Anspruch auf die laufenden Zinsen.“

26.02.2014


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