Ruhestörung: Was tun gegen laute Nachbarn?

Lesermeinungen:  

(44)

Eine der häufigsten Ursachen für Streit zwischen Nachbarn ist Ruhestörung. Wer die wohlverdiente Ruhe in den eigenen vier Wänden nicht mehr genießen kann, muss sich damit jedoch nicht einfach abfinden. Tipps zum Umgang mit lauten Nachbarn.

Ruhestörung, Trompete, Foto: Aaron Amat/fotolia.com
Des einen Freud, des anderen Leid: Mieter und Wohnungseigentümer müssen die Ruhestörung durch Nachbarn nicht einfach hinnehmen. Foto: Aaron Amat/fotolia.com Foto: Aaron Amat/fotolia.com

Das eigene Zuhause sollte ein Ort sein, an dem jeder ungestört zur Ruhe kommen und Kraft für den stressigen Alltag tanken kann. Viele Menschen finden vor allem bei ihren Hobbies Entspannung – genau darin liegt jedoch großes Streitpotenzial. Was, wenn die Nachbarin eine begeisterte Trompetenspielerin ist und jeden Tag übt oder der Nachbar als leidenschaftlicher Heimwerker viel bohrt und hämmert?

Ruhestörung: Miteinander sprechen

Zunächst sollten Mieter und Wohnungseigentümer stets mit dem Verursacher der Ruhestörung sprechen. Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass ihr geliebtes Hobby für ihre Nachbarn eine Lärmbelästigung darstellt. Es bietet sich daher an, bestimmte Zeiten zu vereinbaren, in denen das Musizieren oder Heimwerken erlaubt ist. Wichtig ist dabei die gegenseitige Rücksichtnahme. Viele Auseinandersetzungen können so frühzeitig verhindert werden.

Den Vermieter informieren

Sollten persönliche Gespräche nicht zum Erfolg führen oder nicht möglich sein, bietet es sich in Zinshäusern an, den Vermieter zu informieren. Gemäß Paragraph 1096 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuchs (ABGB) ist dieser verpflichtet, den Mieter „in dem bedungenen Gebrauche oder Genusse“ der Wohnung nicht zu stören. Die Judikatur interpretiert das so, dass der Vermieter im Rahmen seiner Möglichkeiten auch dafür sorgen muss, dass der Mieter nicht durch Dritte gestört wird. Er muss also mit anderen Mietern sprechen und sie dazu auffordern, den Lärm künftig zu unterlassen. Im Extremfall kann andauernde Ruhestörung auch ein Kündigungsgrund sein.

Die Polizei rufen oder klagen

In Eigentumswohnungen oder falls der Gang zum Vermieter nicht hilft, bleibt nur, die Polizei zu rufen. Diese beurteilt vor Ort, ob eine unzumutbare Lärmbelästigung überhaupt vorliegt. Das heißt: Im Einzelfall entscheidet der Polizist, ob der jeweilige Geräuschpegel ortsüblich und zumutbar ist. Auf dem Land sind die Geräusche von landwirtschaftlichen Geräten beispielsweise zur Tageszeit üblich, in der Stadt dagegen nicht. Im Zweifel versucht auch die Polizei, den Störenfried mit einem Gespräch zur Besinnung zu bringen.

Hilft auch das längerfristig nicht, bleibt nur die Möglichkeit, selbst zu klagen. Im ABGB ist geregelt, dass Nachbarn aufeinander Rücksicht zu nehmen haben – das gilt sowohl für Wohnungs- und Grundstückseigentümer als auch für Mieter. Wer sich gestört fühlt, kann seinen Nachbarn also über einen Rechtsanwalt auf Unterlassung klagen. Ein Gericht muss dann beurteilen, ob die Lärmbelästigung das ortsübliche Niveau übersteigt und ob der Kläger dadurch bei der Benutzung der eigenen Wohnung wesentlich beeinträchtigt ist.

Ortsübliche Ruhezeiten

Viele österreichische Gemeinden haben konkrete Ruhezeiten festgelegt, zu denen Lärm grundsätzlich verboten ist – das betrifft Haus- und Gartenarbeiten genauso wie die rumpelnde Waschmaschine oder lautes Musizieren. Diese Ruhezeiten sind allerdings von Ort zu Ort unterschiedlich und können bei der jeweiligen Gemeinde erfragt werden. Verbreitet ist eine Ruhezeit zwischen 20 und 6 und zwischen 12 und 15 Uhr. An Sonn- und Feiertagen dürfen meist grundsätzlich keine lauten Haus- und Gartenarbeiten durchgeführt werden.

31.01.2014


Ihre Meinung zählt

(44)
3.6 von 5 Sternen
5 Sterne
 
19
4 Sterne
 
6
3 Sterne
 
6
2 Sterne
 
9
1 Stern
 
4
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für MieterTipps Eigentümer

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

9 Kommentare

Norbert Schmie am 28.12.2017 12:34

Bei uns haben wir auch eine Person die ständig in der Nacht immer im zustand von Alkoholismus die halbe Nacht schreit und einen Krawall macht was tun dagegen. Haben eigentlich fast alles versucht ohne Erfolg

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 28.12.2017 14:00

Hallo Norbert Schmie,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Bei unzumutbarer Lärmbelästigung durch andere Mieter hilft es oft, erst den Vermieter zu informieren. Dieser kann den Mitmieter dazu auffordern, den Lärm künftig zu unterlassen... mehr

sn am 27.08.2017 06:04

Gegen nächtliche Ruhestörungen von Leuten die Ihr Autoradio in der Nacht aufdrehen dass es die ganze Strasse hört,und noch laut redend die ganze Nacht durch die Strassen rennen,kann man anscheinend gerichtlich oder polizeilich nix... mehr

auf Kommentar antworten

Reini am 13.03.2016 06:47

Ich hab mich als Rassist beschimpfen lassen müssen, nur weil ich die Hausverwaltung darauf hingewiesen habe dass es aus einer Wohnung ständig nach Fäkalien stinkt.

Ich hätte ja genau aus dem Grunde, die Bewohner sind Afrikaner, nix... mehr

auf Kommentar antworten

E.Schopp am 13.06.2018 19:58

Und welche Partei soll ich wählen wenn, so wie in meinem Fall, die Ruhestörung immer von Österreichern kommt und auch die sich nix scheißen?

6 weitere Kommentare laden