Ärger mit dem Handwerker: Diese Rechte hat der Auftraggeber

Lesermeinungen:  

(4)

Nicht immer, wenn am Haus oder im Haushalt etwas kaputt geht, kann der Laie das Problem selbst lösen. Häufig ist die Hilfe eines Handwerkers nötig. Erbringt dieser nicht die vereinbarte Leistung, ist guter Rat teuer. In jedem Fall sollten Mieter und Hausbesitzer um ihre Rechte gegenüber dem Handwerker wissen.

Handwerker, Rechte, Foto: Minerva Studio/fotolia.com
Handwerker haben in Österreich einen guten Ruf. Geht doch einmal etwas schief, sollten Mieter und Hausbesitzer jedoch ihre Rechte kennen. Foto: Minerva Studio/fotolia.com Foto: Minerva Studio/fotolia.com

Wer einen Handwerker bestellt, möchte meistens, dass ein Problem so schnell wie möglich behoben wird – egal, ob es sich dabei um eine kaputte Waschmaschine oder ein undichtes Dach handelt. Wenn dann ein bestellter Handwerker pfuscht oder gar nicht erst erscheint, ist Ärger vorprogrammiert. Im schlimmsten Fall landen Streitereien zwischen Auftraggebern und Handwerkern vor Gericht. Damit es soweit nicht kommt, sollten Mieter und Hausbesitzer ihre Rechte kennen.

Wenn der Handwerker nicht kommt

Wenn ein Hausbesitzer oder Mieter einen Handwerker bestellt, geht er in diesem Moment einen Vertrag mit ihm ein. Er vereinbart, dass er zu einem bestimmten Termin an einem bestimmten Ort erscheinen und eine Arbeit verrichten soll. Geschieht das nicht, gerät der Handwerker in Leistungsverzug. Ein echter Leistungsverzug entsteht dabei erst, wenn der Handwerker am vereinbarten Tag überhaupt nicht erscheint.

In diesem Fall hat der Auftraggeber das Recht, vom Vertrag zurückzutreten. Gemeinsam mit der Rücktrittserklärung muss er allerdings zuvor eine angemessene Nachfrist setzen, in der der Handwerker die vereinbarten Arbeiten nachholen kann. „Angemessen“ bedeutet, dass er auch tatsächlich die Möglichkeit haben muss, im fraglichen Zeitraum die Leistung zu erbringen – in der Regel kann man davon ausgehen, dass eine zweiwöchige Frist genügt, allerdings hängt der Zeitraum stark vom Einzelfall ab. Falls der Handwerker seine Leistung auch innerhalb der Frist nicht erbringt, ist die Rücktrittserklärung wirksam.

Die gleiche Regelung gilt übrigens, wenn der Handwerker seine Leistung nicht vollständig erbringt, er also beispielsweise an einer Therme arbeitet, diese danach aber nur unzureichend funktioniert. Auch hier muss der Auftraggeber eine angemessene Nachfrist setzen und kann gegebenenfalls vom Vertrag zurücktreten.

Österreicher sind mit Handwerkern zufrieden

Generell haben die Österreicher übrigens keine großen Probleme mit ihren Handwerkern. Wie eine Umfrage von immowelt.at zeigt, sind 80 Prozent mit den Leistungen ihrer Handwerker zufrieden. Ganze 88 Prozent schätzen dabei die gute Beratung, 84 Prozent sind zufrieden mit den durchgeführten Arbeiten. Lediglich bei der Einhaltung von Terminen gibt es leichten Verbesserungsbedarf. 30 Prozent der Österreicher wünschen sich Handwerker, die auch zum vereinbarten Zeitpunkt erscheinen.

19.12.2013


Ihre Meinung zählt

(4)
3.8 von 5 Sternen
5 Sterne
 
2
4 Sterne
 
1
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
1
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Recht & Steuern

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben