Streit mit den Nachbarn richtig lösen

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Kleinere Streitereien unter Nachbarn kommen vor allem in Mehrfamilienhäusern immer wieder vor. Doch manchmal verschärft sich der Konflikt zwischen zwei Hausbewohnern – die Lebensqualität leidet zunehmend und irgendwann landen beide Parteien vor Gericht. Das Immobilienportal immowelt.at erklärt, wie es gar nicht so weit kommt.

Nachbarn, Streit, Foto: edbockstock/fotolia.com
Vor dem Gang zum Anwalt ist es immer besser, zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen. Foto: edbockstock/fotolia.com Foto: edbockstock/fotolia.com

Einer der häufigsten Gründe für den Streit zwischen Nachbarn ist die Lärmbelästigung. Partylärm, lautes Hundegebell, begeisterte Heimwerker oder der nachbarliche Nachwuchs, der zu seinem Geburtstag ein neues Schlagzeug bekommen hat, können auf Dauer schnell zu einer seelischen Belastung werden und den Hausfrieden empfindlich stören. Wer den Nachbar jedoch gleich mit seiner Wut und wüsten Drohungen konfrontiert, erntet selten Verständnis.

Ruhig bleiben und das Gespräch mit den Nachbarn suchen

Wenn der Lärm aus dem Nachbarhaus, dem nachbarlichen Garten oder der Wohnung nebenan ein verträgliches Maß übersteigt, ist es am besten, zunächst das Gespräch zu suchen. Der vermeintliche Ruhestörer sollte dabei persönlich angesprochen werden, der Betroffene sein Anliegen ruhig und sachlich erklären. Denn: Häufig sind sich Unruhestifter gar nicht darüber im Klaren, dass sie den Nachbarn stören. Ein persönliches Gespräch führt dann vielleicht zu beidseitigem Verständnis und einer schnellen Lösung des Problems. Schwieriger ist es, wenn sich der Lärm nicht vermeiden lässt, weil ein Nachbar beispielsweise als Berufsmusiker tätig ist. In solchen Fällen ist es am besten, einen Kompromiss zu schließen. Vielleicht lassen sich die Übungsstunden ja auf einen Zeitraum verschieben, zu dem der Betroffene normalerweise gar nicht zu Hause ist.

Ein neutraler Vermittler

Auch wenn diese Gesprächsversuche scheitern, ist es am besten, weiterhin die Ruhe zu bewahren. Es kann dabei sehr hilfreich sein, einen neutralen Vermittler einzuschalten. Dabei bietet sich entweder ein unbeteiligter Nachbar an, den beide Parteien gut kennen. Oder der Betroffene zieht einen professionellen Mediator zu Rate, der die Streithähne bei der außergerichtlichen Schlichtung unterstützt. Natürlich hat auch ein solcher Mediator keine Patentlösungen, aber er arbeitet als Vermittler zwischen den Nachbarn und zeigt Wege auf, den Konflikt beizulegen. Die beteiligten Nachbarn können dabei selbst festlegen, welche Ziele sie mit der Mediation erreichen wollen.

Der Gang zum Vermieter

Scheitern auch diese Gesprächsversuche und hält die Lärmbelästigung nach wie vor an, ist es empfehlenswert, ein sogenanntes Lärmprotokoll zu führen. Darin sollte der Betroffene auflisten, wann, wie lang und mit welcher Intensität der Lärm andauert. Das Protokoll hilft später beim Gang zum Vermieter – dieser kann dann besser nachvollziehen, was im Haus geschieht und die Situation besser einschätzen. Verstößt der Verursacher des Lärms gegen die Hausordnung oder geltendes Mietrecht, hat der Vermieter die Möglichkeit, ihn abzumahnen oder im Wiederholungsfall sogar das Mietverhältnis zu beenden. Häufig wirkt es aber bereits, wenn der Vermieter sich überhaupt beim Lärmverursacher meldet – dieser weiß dann, dass der Betroffene die Lärmbelästigung auch weiterhin nicht hinnehmen wird. Erst als letzte Möglichkeit sollten der Gang zu einem Anwalt und eine Anzeige in Betracht gezogen werden, denn solche Verfahren können sowohl langwierig als auch kostspielig sein.

29.08.2013


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1 Kommentar

Weissa41 am 20.09.2013 10:44

Ich habe schon seit ca. 2 Jahren Probleme mit einer Familie, welche im selben Eingang wohnt.

Diese öffnen zu jeder Jahreszeit die Kellerfenster und Türen, auch im Winter.

Da ich im Erdgeschoss wohne ist mein Fussboden im Winter dadurch... mehr

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