Der Wohnbaukredit: Auf die Konditionen kommt es an

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Für Häuslbauer ist der Wohnbaukredit häufig eine notwendige Finanzierungsform. Verschiedene Banken und Bausparkassen bieten für eine bestimmte Vertragslaufzeit sogar fixe Zinsen und schaffen so finanzielle Sicherheit. Nach Ablauf dieser Zinsfestschreibungen existiert allerdings keine Zinsobergrenze.

Wohnbaukredit, Haus, Foto: Denis Junker/fotolia.com
Wer sich den Traum vom eigenen Heim mit einem Wohnbaukredit finanzieren will, sollte auch an die finanziellen Risiken denken. Foto: Denis Junker/fotolia.com Foto: Denis Junker/fotolia.com

Die Vertragsbedingungen von Wohnbaukrediten fallen sehr unterschiedlich aus. Während etwa einige Banken seit der Finanzkrise einen bestimmten Anteil an Eigenmitteln (meist rund 30 Prozent) voraussetzen, verzichten andere nach wie vor darauf. Darüber hinaus existieren unterschiedliche Darlehensobergrenzen – teilweise sind diese auch gar nicht vorhanden.

Der Wohnbaukredit und seine Formen

Grundsätzlich kann zwischen folgenden Formen von Wohnbaukrediten unterschieden werden:

  • Kredite mit fixem Zinssatz
  • Kredite mit variablem Zinssatz

Während bei fixen Darlehen der Zinssatz für eine vorher festgelegte Dauer eingefroren wird, sind variable Zinssätze abhängig vom europäischen Referenzzinssatz Euribor. Dabei handelt es sich, vereinfacht gesagt, um jenen Zinssatz, zu dem sich europäische Banken gegenseitig Geld leihen. Steht der Euribor also vergleichsweise niedrig, sind zwar die Zinsen vorerst auch niedrig, der Kreditnehmer muss aber davon ausgehen, dass sie in absehbarer Zeit wieder steigen. Ein Wohnbaukredit kann schnell zur Zinsfalle werden, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es bei dieser Kreditform nicht üblich ist, Zinsobergrenzen zu vereinbaren, die Zinsen also prinzipiell unkontrolliert steigen können.

Kredite mit fixem Zinssatz sind dagegen vergleichsweise sicher. Die Bank oder Bausparkasse bietet dem Kreditnehmer dabei für einen bestimmten Zeitraum fixe Zinsen. Diese können bei Vertragsabschluss zwar höher sein als der aktuelle variable Zinssatz, sie können dafür aber zunächst auch nicht steigen. Zunächst heißt hier: Wenn der vereinbarte Zeitraum abgelaufen ist, sind auch diese Zinsen an den Euribor gebunden.

Mit oder ohne Grundbuchseintragung

Üblicherweise bieten Banken nur dann einen Wohnbaukredit ohne Darlehensobergrenze an, wenn der Häuslbauer sein Grundstück oder seine Immobilie zur Sicherheit an die Bank verpfändet – damit verbunden ist auch eine Eintragung im Grundbuch. Neben der Möglichkeit, auf diese Weise relativ hohe Kreditsummen zu beanspruchen, locken viele Banken und Bausparkassen mit niedrigeren Zinsen. Auch hier ist jedoch Vorsicht geboten: Kann der Schuldner seine Tilgungs- und Zinszahlungen nicht mehr leisten, kann der Kreditgeber die Schuld durch einen Verkauf der Immobilie tilgen. Eine solche Finanzierungsvariante sollten Hausbesitzer in Spe deshalb nur bei auch über viele Jahre sicheren und regelmäßigen Einkommen wählen.

Sonstige Kosten

Neben den Zinsen können bei einem Wohnbaukredit einmalig noch weitere Kosten anfallen. Hierzu zählen etwa Bereitstellungsentgelte, die direkt bei Abschluss des Kredits fällig werden. Diese Gebühr kann bei einem größeren Kredit schon einmal dreistellig werden. Bei einem Kredit mit Grundbuchseintragung kommen außerdem die Gebühren für die Ein- und Austragung des Pfandrechts dazu.

27.08.2013


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