Der Energieausweis – wer ihn ausstellt und was drin steht

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Seit 1. Januar 2009 ist der Energieausweis in Österreich für alle neuen Gebäude Pflicht. Das Dokument gibt klare Informationen über die zu erwartenden Betriebskosten. Es zeigt auf einen Blick, ob beim Hausbau auf Energieersparnis wert gelegt wurde oder nicht.

Energieausweis, Energieeffizienz, Foto: Dalmatin.o/fotolia.com
Der Energieausweis darf nicht mehr fehlen. Foto: Dalmatin.o/fotolia.com Foto: Dalmatin.o/fotolia.com

Österreicher benötigen den Energieausweis inzwischen nicht mehr nur bei einem Neubau. Auch wenn eine bestehende Immobilie umfassend saniert oder umgebaut werden soll, ist er Pflicht, ebenso bei Verkauf, Verpachtung oder Vermietung von Häusern, Wohnungen, Büros und Betriebsobjekten. Wer eine Wohnung oder ein Haus über eine Annonce verkaufen will, muss die Energiekennzahlen bekanntgeben. Ansonsten können Verwaltungsstrafen von bis zu 1.450 Euro auf ihn zukommen. Wer ein neues Haus kauft oder eine neue Wohnung mietet, sollte den Energieausweis spätestens bei Angebotslegung zum ersten Mal zu Gesicht bekommen – nach Vertragsabschluss muss der Verkäufer oder Vermieter den Ausweis selbst beziehungsweise eine Kopie innerhalb von 14 Tagen aushändigen. Grund genug also, sich näher mit dem Energieausweis zu beschäftigen.

Was steht im Energieausweis?

Im Energieausweis stehen verschiedene Kennzahlen einer Immobilie, etwa zum Heizenergieverbrauch. Die Bundesländer berechnen diese Werte teilweise leicht unterschiedlich. Folgende Kennzahlen sind besonders relevant:

  • Spezifischer Heizwärmebedarf (HWB)
    Gilt als wichtigster Wert. Die Zahl umschreibt die thermische Qualität der Gebäudehülle in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Sie gibt Auskunft darüber, wie viel Energie ein Haus pro Quadratmeter im Jahr für die Raumwärme benötigt. Den HWB gibt es in zwei Varianten: Die Energiekennzahl ist bezogen auf einen Referenzstandort, also auch auf ein Referenzklima und nicht auf den tatsächlichen Standort des Hauses. Ein zusätzlicher standortbezogener HWB gibt den zu erwartenden Energieverbrauch bei einer Immobilie an ihrem tatsächlichen Standort an.
  • Primärenergiebedarf (PEB)
    Zusätzlich zum eigentlichen Energiebedarf des Objekts umfasst der Primärenergiebedarf jene Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten entsteht, also durch Förderung oder Transport. Der Wert spielt derzeit vor allem bei Nutzung von Fernwärme eine Rolle.
  • Endenergiebedarf (EEB)
    Der Endenergiebedarf beziffert die von außen zugeführte Energiemenge für Wärme und Warmwasser (beispielsweise Strom für die Wärmepumpe). Der Wert umfasst somit nicht nur den reinen Energiebedarf für Heizung und Warmwasser, sondern auch die Verluste, die dabei entstehen.
  • Kohlendioxidemissionen (CO2)
    Der Wert umfasst sämtliche CO2-Emissionen, die dem EEB zuzurechnen sind. Inkludiert ist der Energiebedarf für Transport und Erzeugung sowie sämtliche Verluste.
  • Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE)
    Der fGEE vergleicht die Qualität des Endenergiebedarfs mit der Neubauanforderung 2007.  Je höher der Wert, desto schlechter die Energieeffizienz. Liegt der Wert unter eins, ist die Energieeffizienz besser als in besagter Neubauanforderung vorgeschrieben.

Wer ist dazu berechtigt, einen Energieausweis zu erstellen?

Zur Ausstellung eines Energieausweises sind Gewerbetreibende aus den verschiedensten Sparten berechtigt, dazu zählen etwa:

  • Baumeister
  • Elektrotechniker
  • Gas- und Sanitärtechniker
  • Heizungstechniker
  • Kälte- und Klimatechniker
  • Lüftungstechniker
  • Zimmermeister
  • Architekten

Ingenieurbüros, Zivilingenieure und Ingenieurkonsulenten sind je nach Spezialisierung ebenfalls zur Anfertigung eines Energieausweises berechtigt. Die Preise variieren von Anbieter zu Anbieter und richten sich außerdem nach dem benötigten Aufwand – so ist es deutlich teurer, einen Energieausweis für einen Altbau mit unvollständigen und schlechten Plänen erstellen zu lassen als für eine Neubauwohnung. Nach der Ausstellung ist ein Energieausweis zehn Jahre gültig – danach muss ein neuer beantragt werden.

Welche Unterlagen werden für die Beantragung benötigt?

Welche Unterlagen zur Erstellung des Energieausweises benötigt werden, hängt vor allem vom Objekt selbst ab. Am besten ist es daher, sich beim Aussteller danach zu erkundigen. Generell immer benötigt wird jedoch ein Bauplan mit allen Grundrissen und Ansichten sowie Abmessungen für Fenster und Türen. Darüber hinaus wird eine Bauteilbeschreibung der thermischen Hülle eines Objekts verlangt – das heißt von jenen Bauteilen, die den beheizten vom unbeheizten Bereich trennen.

20.08.2013


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