GIS: Gebühren für TV und Radio

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Wer in Österreich fernsehen oder Radio hören möchte, der muss dafür Beiträge bezahlen. Welche Geräte angemeldet werden müssen, und wer der Gebührenpflicht vielleicht entkommen kann.

Fernsehen GIS Foto: Patric Martel/Fotolia.com
Fernsehen in Österreich ist teuer: Je nach Bundesland müssen Haushalte zwischen 19,78 Euro und 24,88 Euro GIS-Gebühren im Monat zahlen. Doch nicht nur für Fernseher, sondern auch für Radios, Laptops und sogar Tablet-PCs müssen die Rundfunkgebühren entrichtet werden. Foto: Patric Martel/Fotolia.com Foto: Patric Martel/Fotolia.com

GIS ist die Abkürzung für "Gebühren Info Service GmbH", es handelt sich dabei um eine 100-prozentige Tochterfirma des Österreichischen Rundfunks ORF. Etwa 200 Mitarbeiter sind dafür zuständig, das Rundfunkgebührengesetz zu vollziehen, als Oberbehörde fungiert das Bundesministerium für Finanzen. Zur möglichst vollständigen Erfassung der Rundfunkteilnehmer darf diese Serviceeinrichtung auf die Daten der Meldeämter zugreifen. Diese Einrichtung ist also für die Abrechnung der Beiträge sowie deren Weiterleitung an Bund, Länder und den ORF zuständig. Sie trifft auch Entscheidungen bezüglich allfälliger Befreiungsansuchen und berät die Kunden bei Anfragen zu den Gebühren. Nicht alle der 200 Mitarbeiter arbeiten im Büro: Zur Kontrolle gibt es Außendienstorgane, die vor Ort direkt beim Kunden prüfen, ob die korrekte Anmeldung der Empfangsgeräte erfolgt ist oder nicht. Vergessen Sie übrigens das Märchen, dass die GIS-Kontrolllore mittels Peilsender herausfinden können, wo ein Fernsehgerät steht – das ist technisch schlicht und ergreifend unmöglich.

Welche Geräte müssen angemeldet werden?

Grundsätzlich sind alle Betriebe, Institutionen und Privathaushalte gebührenpflichtig, wenn sie eine betriebsbereite Rundfunkempfangseinrichtung besitzen. Das beschränkt sich (leider) nicht nur auf Radio oder Fernseher: Auch dann, wenn ein internetfähiger Laptop oder Tablet-PC vorhanden ist, sind zumindest die Radiogebühren zu entrichten, da der ORF seine Radioprogramme als Livestream anbietet. Ist im Gerät zusätzlich eine TV-Karte installiert, sind auch die Fernsehgebühren fällig. Es geht dabei immer nur um die Möglichkeit, ORF-Programme empfangen zu können. Ob der betreffende Kunde in Wirklichkeit ausschließlich andere Sender konsumiert, ist unerheblich. Somit ist es kein Wunder, dass fast 100 Prozent der österreichischen Haushalte von der Gebühren Info Service GmbH erfasst wurden, in Summe gibt es etwa 3,5 Millionen Teilnehmer. Die Formulare für die Anmeldung können übrigens entweder direkt im Internet unter www.gis.at, oder auch bei Raiffeisenbanken sowie auf einigen Ämtern ausgefüllt werden.

Wie hoch sind die Gebühren?

Die Beiträge bestehen aus vier Komponenten: Das Programmentgelt geht direkt an den ORF, die Radio- und Fernsehgebühr an den Bund. Auch der Kunstförderungsbeitrag wird an den Staat abgeführt, und die Landesabgabe fließt in das Budget des Bundeslandes, in dem der Teilnehmer wohnhaft ist. Die monatlichen Kosten schwanken daher zwischen 19,78 Euro in Vorarlberg und 24,88 Euro in Wien.

Gibt es Befreiungsmöglichkeiten?

Bei körperlicher oder sozialer Hilfsbedürftigkeit kann ein Befreiungsantrag gestellt werden, dem eine Einkommensbestätigung oder andere Nachweise beiliegen müssen. Genauere Informationen dazu finden Sie unter www.gis.at/befreien/

28.05.2013


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2 Kommentare

handel am 17.12.2017 16:40

Keine GIS Gebuehr für Computer mit Internet Anschluss Der Standard 20.07.2015

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Immowelt-Redaktion am 19.12.2017 10:03

Hallo Handel,

richtig - ungefähr zwei Jahre nach Veröffentlichung dieser News hat der verwaltungsgerichtshof entschieden, dass Computer mit Internetanschluss keine Rundfunkempfangsgeräte sind. Daher wird die Gebühr nicht fällig, wenn... mehr

Gebühren Info Service am 04.06.2013 11:21

Alle Formulare der GIS (An-, Um-, Abmeldung, Befreiungsanträge) erhalten Sie in:

- Raiffeisenbanken

- Gemeindeämtern

- Magistratische Bezirksämter der Stadt Wien

- Wiener Bürgerdienst-Bezirksstellen

- direkt bei der GIS... mehr

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