Klare Regeln für den Energieausweis

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Seit kurzem gelten strengere Regelungen für den Energieausweis. Dieser muss bei Verkauf oder Vermietung vorgelegt werden, sonst droht eine Geldbuße.

Energieausweis Foto: fotomek/Fotolia
Die Regelungen für den Energieausweis wurden verschärft. Foto: fotomek/Fotolia Foto: fotomek/Fotolia

Als der Energieausweis 2009 eingeführt wurde, war er zunächst ein zahnloser Tiger: Obwohl er verpflichtend war, galt für Immobilieneigentümer: Entweder man hatte ihn, oder man hatte ihn nicht. Folgen gab es keine. Seit Dezember 2012 gelten aber schärfere Regelungen zum Energieausweis. Seitdem gilt das Energieausweis-Vorlage-Gesetz.

Energieausweis ist Pflicht – jetzt wirklich!

Immobilieneigentümer müssen nun zwingend einen Energieausweis vorlegen, wenn sie ihr Objekt vermieten oder verkaufen wollen. Tun sie es nicht, müssen sie mit einer empfindlichen Geldbuße, möglicherweise sogar mit Schadensersatz rechnen. Selbst Inserate müssen schon die Angaben aus dem Energieausweis enthalten. Inserate ohne diese Angaben können ein Bußgeld von bis zu 1.450 Euro zur Folge haben.

Ausweis ungefragt vorlegen

Der Energieausweis selbst enthält Angaben zum Heizwärmebedarf und zum Gesamtenergieeffizienzfaktor. Mietern und Käufern soll so einen Überblick verschafft werden, mit welchen Heizkosten sie künftig zu rechnen haben. Deshalb soll der Energieausweis den potentiellen Mietern oder Käufern auch schon während der Vertragsverhandlungen zugänglich gemacht - aber spätestens 14 Tage nach Vertragsabschluss muss er nachgeliefert werden. Geschieht dies nicht, kann der Käufer oder Mieter die Vorlage klageweise erzwingen oder aber selbst eine Energieausweis erstellen lassen – die Kosten trägt dann der Vermieter oder Verkäufer.

Haftung für richtige Angaben im Energieausweis

Der Vermieter oder Verkäufer haftet auch für die Richtigkeit der Angaben im Energieausweis. Das bedeutet freilich nicht, dass er für einen bestimmten Energieverbrauch haftet, denn der Bewohner kann diesen durch sein Heizverhalten positiv oder negativ beeinflussen. Stellt sich aber heraus, dass der tatsächliche energetische Standard nicht dem im Energieausweis ausgegebenen Standard entspricht, drohen Gewährleistungsansprüche oder Preisminderung. Übrigens: Legt der Verkäufer oder Vermieter trotz seiner Verpflichtung keinen Energieausweis vor, so gilt der Dämmstandard als vereinbart, der typisch für Gebäude gleicher Art und gleichen Alters ist. Auch diese Angaben müssen inhaltlich richtig sein.

Ausweis fürs Gebäude, nicht für einzelne Wohnungen

Bei einem Mehrfamilienhaus ist lediglich ein Energieausweis fürs gesamte Gebäude notwendig, nicht jedoch für die einzelnen Wohnungen. Ausnahme: Bei gemischt genutzten Häusern mit zum Beispiel Büros und Wohnungen ist für jede Nutzungsart ein eigener Ausweis nötig. Eine Erleichterung gibt es für gleichartige Gebäude: Bei einem Doppelhaus ist ein Ausweis ausreichend für beide Haushälften. Erleichterungen gibt es auch für bestimmte Gebäudetypen: Keine Energieausweis-Pflicht gibt es für kleine Wohngebäude mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche, landwirtschaftliche Nutzgebäude und Industriebauten mit geringem Energiebedarf und Werkstätten oder provisorische Gebäude mit maximal zwei Jahren Nutzungsdauer. Ein Energieausweis hat zehn Jahre Gültigkeit, danach muss ein neuer angefertigt werden.

15.05.2013


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3 Kommentare

Ruben Korab am 20.10.2015 14:20

Der Energieausweis ist nicht nur eine lästige Vorschrift, sondern dient tatsächlich als Typenschein einer Liegenschaft. Der Heizwärmebedarf ist ein klarer Indikator von Heiz u. Kühlkosten.

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Tanja Moritsch am 13.12.2013 13:46

Ich bin mit dem Energieausweis nicht glücklich. Er verwirrt mehr, als er nützt.

Ein guter Anhaltspunkt vor einem Kauf ist der nachgewiesene Verbrauch zu einem Zeitpunkt, als das Objekt noch bewohnt war. Wenn der Energieausweis auf Basis... mehr

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Herbert Straßl am 14.06.2013 11:38

Wo bitte kann ein Mieter oder Käufer die Heizkosten aus den Energieausweis raus lesen?

Es gibt keine Angaben über den Gas oder Heizölverbrauch, auch keine Tabellen wo ich vom HWB

Wert auf die Heizkosten schließen könnte!

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